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Buchbesprechung: Das Neue Kapital – Unsere Chance für Deutschlands nächstes Wirtschaftswunder

Ich habe dieses Buch gelesen, weil ich mich damit auseinandersetze, wie Deutschland angesichts von Produktivitätsdruck, globalem Wettbewerb und Transformationsaufgaben wieder zu dynamischem Wachstum und Innovationskraft finden kann. Insbesondere interessierte mich, inwiefern privates Kapital – über traditionelle Finanzierungsmodelle hinaus – zum gestaltenden Motor eines neuen Wirtschaftswunders werden kann.

Hans Jürgen Dannheisig zu „Das Neue Kapital – Unsere Chance für Deutschlands nächstes Wirtschaftswunder"

Inhaltliche Zusammenfassung
Das Neue Kapital versammelt Perspektiven aus Wirtschaft, Finanzwelt, Wissenschaft und Politik. Die Herausgeber Ulrike Hinrichs und Ingo Krocke machen in ihrer Einleitung deutlich, dass die deutsche Wirtschaft „auf der Stelle tritt“ und dass eine neue Dynamik nötig ist, um Investitionen, Innovation und gesellschaftliche Entwicklung voranzubringen.

Die zentrale These des Sammelwerks lautet: Kapital muss mehr sein als verwaltete Ressource – es muss gestaltet werden, um Transformation, Wettbewerb und Zukunftsfähigkeit zu ermöglichen.

Das Buch ist thematisch in mehrere Felder gegliedert, in denen verschiedene Autorinnen und Autoren zu Wort kommen. Zu den Beiträgern zählen unter anderem:
• Stefan B. Wintels (KfW Capital), der in seinem Kapitel betont, dass öffentliche Fonds als Hebel für privates Kapital wirken können;
• Danijel Višević (World Fund) und Sebastian Lindner-Liaw, die argumentieren, dass privates Kapital ein Schlüssel für Europas Resilienz und Klimaneutralität sein muss;
• Dr. Hendrik Brandis und Frédéric du Bois-Reymond (Earlybird Venture Capital), die schreiben: „Europa muss den Wettlauf um Deep Tech gewinnen – dafür braucht es mehr Wagniskapital jetzt.“
• Nikolas Samios, der die Rolle von Venture Capital in der Frühphasenfinanzierung von Innovationen beleuchtet;
• Prof. Heike Hölzner, die Kapital als „Wirkungskapital“ begreift – Kapital, das gesellschaftliche Rendite neben finanzieller Rendite erzeugt.

Ein wiederkehrendes Motto im Buch lautet: „Kapital ist nicht ein Selbstzweck – es ist Verantwortung, Innovation und Zukunftssicherung zugleich.“

Analyse
Die Stärke des Buches liegt in der Vielfalt der Perspektiven und der klaren wirtschaftspolitischen Einordnung. Anders als rein akademische Abhandlungen, verknüpft das Werk konkrete Praxisbeispiele – etwa Mittelstandstransformation, Start-up-Finanzierung oder Deep-Tech-Förderung – mit strategischen Leitfragen für die Volkswirtschaft.

Ein Beitrag von Brandis und du Bois-Reymond bringt dies pointiert auf den Punkt: „Private Equity und Venture Capital sind heute nicht nur Renditetreiber, sondern entscheidende Treiber für Resilienz, Klimaneutralität und nachhaltiges Wachstum.“

Diese Perspektive wird durch empirisch gestützte Argumente untermauert: Deutschland investiert gemessen an seiner Wirtschaftskraft deutlich weniger Beteiligungskapital als andere führende Volkswirtschaften, was Innovation und Wettbewerbsfähigkeit dämpft.

Stilistisch ist das Buch gut komponiert: Die Beiträge sind fachlich fundiert, zugleich aber so geschrieben, dass sie für wirtschaftspolitisch interessierte Leserinnen und Leser zugänglich bleiben. Kritisch könnte man anmerken, dass die Vielzahl der Stimmen mitunter heterogen wirkt und ein stringenter roter Faden über das gesamte Werk hinweg fehlt – doch gerade diese Vielfalt ist zugleich ein Vorteil, weil sie multiple Blickwinkel auf ein zentrales Problem aufzeigt.

Zielgruppe
Das Buch richtet sich an Entscheidungsträger aus Politik, Finanzwirtschaft, Mittelstand und Start-up-Ökosystem sowie an Studierende und Praktiker, die sich mit Fragen von Finanzierungsinnovationen, Wachstumspolitik und nachhaltiger Transformation befassen. Es eignet sich sowohl als Debattenbeitrag als auch als Impulsgeber für strategische Entscheidungen.

Fazit
Das Neue Kapital ist ein prägnantes, gut argumentiertes und vielseitiges Werk, das zeigt, wie privates Kapital mehr sein kann als ein verwalteter Vermögenswert: Nämlich ein gestaltender Faktor für technologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunft. Die realen Beiträge führender Akteure aus Finanzwelt und Innovation machen das Buch zu einer wertvollen Lektüre für alle, die verstehen wollen, wie Deutschland wieder zu wirtschaftlicher Dynamik und internationaler Wettbewerbsfähigkeit finden kann.

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Das Buch: Das Neue Kapital – Unsere Chance für Deutschlands nächstes Wirtschaftswunder, 200 Seiten, Hardcover

Autoren/Verlag: Herausgegeben von Ulrike Hinrichs und Ingo Krocke, Murmann Verlag

Erscheinungsdatum: 28. Oktober 2025

ISBN: 978-3-86774-854-4

Der Rezensent: Hans-Jürgen Dannheisig ist in vielen Berufen daheim aber als Unternehmer zu Haus. Nach handwerklicher Ausbildung und Studienabschlüssen rund um Ökonomie und IT machte er zunächst eine Karriere als linker Banker bei einer Gewerkschaftsbank, um später das Investmentgeschäft einer alten Privatbank und das institutionelle Geschäft einer KVG zu verantworten. Erste Gehversuche im Bereich nachhaltige Investments landeten auf Nebengleisen. Heute rückt das Thema Transformation der Finanzwirtschaft für ihn immer stärker in den Fokus. Er übernimmt „Fairantwortung“, indem er heute als Business Angel in Impact-starke Unternehmen investiert und mit einer auf Impact Investing spezialisierten Beratungsfirma sowie als Herausgeber von GoodCapitalist – eines auf diese Themen spezialisierte Finanzmediums, zur Transformation von Finanzwirtschaft und Gesellschaft beiträgt.