Der europäische ETF-Markt hat seinen Wachstumskurs im September 2026 fortgesetzt. Nach Berechnungen von Amundi flossen UCITS-ETFs netto 34,9 Mrd. Euro zu. Davon entfielen rund 26,1 Mrd. Euro auf Aktien-ETFs und 8,3 Mrd. Euro auf Anleihe-ETFs.
Damit vereinten Aktienprodukte rund drei Viertel der monatlichen Mittelzuflüsse auf sich. Das gesamte verwaltete Vermögen des europäischen UCITS-ETF-Marktes erreichte zum Monatsende rund 3,24 Billionen Euro.
Globale Aktienstrategien bleiben gefragt
Bei Aktien-ETFs konzentrierte sich die Nachfrage vor allem auf breit diversifizierte Länder- und Weltmarktstrategien. ETFs auf einzelne Länder verzeichneten Zuflüsse von rund 10,4 Mrd. Euro, während globale Aktienstrategien auf entwickelte Märkte etwa 8,3 Mrd. Euro einsammelten.
Europäische Aktien-ETFs kamen auf knapp 3,2 Mrd. Euro, US-Aktienprodukte auf rund 3,0 Mrd. Euro. In Emerging-Markets-Aktien flossen rund 1,3 Mrd. Euro.
Die Zahlen zeigen, dass die Nachfrage nach breit angelegten Aktienexposures weiterhin den Markt prägt. Gleichzeitig bleibt das Interesse an regionalen Allokationen bestehen.
Innerhalb der Aktiensegmente gab es jedoch deutliche Unterschiede. Besonders gefragt waren Gesundheits- und Technologieaktien, die Zuflüsse von rund 1,1 Mrd. beziehungsweise 1,0 Mrd. Euro verzeichneten. Finanzsektor-ETFs mussten dagegen Abflüsse von gut einer Milliarde Euro hinnehmen.
Auch bei Themenstrategien zeigten sich klare Präferenzen: Cybersecurity, Halbleiter und Robotik gehörten zu den gefragtesten Bereichen.
Anleihe-ETFs: Staatsanleihen und Investment Grade im Fokus
Im Anleihebereich dominierten Staatsanleihen mit Zuflüssen von rund 3,7 Mrd. Euro. Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating folgten mit etwa 2,4 Mrd. Euro. Geldmarktnahe ETF-Strategien sammelten knapp 1,2 Mrd. Euro ein.
Demgegenüber verzeichneten High-Yield-Anleihen Abflüsse von rund 424 Mio. Euro.
Die Entwicklung deutet auf eine selektive Nachfrage nach festverzinslichen Anlagen hin. Anleger bauten ihr Engagement in Staatsanleihen und qualitativ höher bewerteten Unternehmensanleihen aus, während risikoreichere Kreditsegmente weniger gefragt waren.
Besonders bemerkenswert ist die Verteilung innerhalb der Staatsanleihen. Auf Euro denominierte Staatsanleihe-ETFs entfielen Zuflüsse von rund 1,7 Mrd. Euro, auf US-Dollar-Anleihen etwa 1,3 Mrd. Euro.
Die Nachfrage erstreckte sich dabei über verschiedene Laufzeitbereiche. Anders als eine ausschließlich auf kurze Duration ausgerichtete Positionierung vermuten ließe, verzeichneten auch länger laufende Staatsanleihen positive Zuflüsse.
ESG-ETFs mit positivem Neugeschäft
Auch nachhaltigkeitsorientierte ETF-Strategien konnten im September neue Mittel einsammeln. Insgesamt beliefen sich die Zuflüsse in ESG-ETFs auf rund 6,7 Mrd. Euro.
Davon entfielen knapp 4,9 Mrd. Euro auf Aktien-ETFs und rund 1,8 Mrd. Euro auf Anleiheprodukte.
Allerdings zeigt der Vergleich mit konventionellen Strategien, dass der überwiegende Teil des ETF-Neugeschäfts weiterhin außerhalb ausdrücklich als ESG klassifizierter Produkte stattfand.
Was die September-Zahlen für institutionelle Anleger zeigen
Die ETF-Zuflüsse verdeutlichen drei Entwicklungen: Erstens bleibt die Nachfrage nach Aktienexposure hoch, insbesondere über globale und breit diversifizierte Strategien. Zweitens werden Anleihe-ETFs weiterhin gezielt zur Steuerung von Kreditqualität, Zinsrisiko und Liquidität eingesetzt. Drittens verlaufen die Kapitalströme innerhalb einzelner Anlageklassen zunehmend differenziert.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass ETF-Mittelbewegungen nicht ausschließlich institutionelle Anlegerentscheidungen widerspiegeln. Sie liefern jedoch einen zeitnahen Indikator dafür, welche Marktsegmente über liquide, börsengehandelte Anlageinstrumente besonders gefragt sind.
ETF-Markt: Aktien dominieren die Zuflüsse – Staatsanleihen gewinnen an Gewicht
