Der europäische ETF-Markt setzt seinen Wachstumskurs fort. Nach Angaben von Amundi summierten sich die Nettomittelzuflüsse im Oktober 2026 auf 40,8 Mrd. Euro. Davon entfielen 26,9 Mrd. Euro auf Aktien-ETFs und 13,4 Mrd. Euro auf Anleihe-ETFs. Das gesamte verwaltete Vermögen europäischer UCITS-ETFs erreichte zum Monatsende rund 3,29 Billionen Euro.

Globale Aktien und US-Markt dominieren
Bei Aktien-ETFs konzentrierte sich die Nachfrage weiterhin auf breit diversifizierte Strategien. Globale Aktien-ETFs sammelten im Oktober rund 8,6 Mrd. Euro ein, gefolgt von länderübergreifenden Aktienstrategien mit 7,8 Mrd. Euro.
Besonders auffällig blieb die Nachfrage nach US-Aktien. Entsprechende ETFs verbuchten Nettomittelzuflüsse von 5,8 Mrd. Euro. Europäische Aktienstrategien kamen dagegen auf rund 2,2 Mrd. Euro. Auf Aktien aus entwickelten asiatischen Märkten entfielen 1,2 Mrd. Euro, auf Emerging-Markets-Aktien insgesamt ebenfalls rund 1,2 Mrd. Euro.
Damit bleibt die internationale Diversifikation ein zentrales Motiv der ETF-Nachfrage. Gleichzeitig zeigt das weiterhin hohe Volumen bei US-Aktien, dass Anleger trotz der Diskussion um Marktkonzentration und Bewertungen erhebliche Mittel in den amerikanischen Aktienmarkt lenken.
Technologie profitiert – Finanzwerte verlieren deutlich
Besonders ausgeprägt waren die Unterschiede zwischen einzelnen Sektoren. Technologie-ETFs verzeichneten im Oktober Zuflüsse von rund 1,6 Mrd. Euro. Auch Healthcare-ETFs waren mit 722 Mio. Euro gefragt.
Auf der Gegenseite standen Finanzwerte: Aus entsprechenden ETFs flossen netto knapp 1,5 Mrd. Euro ab. Industrie-ETFs verloren 258 Mio. Euro, zyklische Konsumwerte 254 Mio. Euro.

Bei Themen-ETFs dominierten Robotikstrategien mit 456 Mio. Euro, gefolgt von Cybersecurity mit 425 Mio. Euro und Halbleiterstrategien mit 293 Mio. Euro.
Die Zahlen verdeutlichen, dass technologiebezogene Investmentthemen weiterhin auf eine hohe Nachfrage treffen. Die gleichzeitigen Abflüsse aus Finanzwerten lassen auf eine selektivere Positionierung innerhalb der Aktienmärkte schließen.
Anleihe-ETFs: Staats- und Unternehmensanleihen im Fokus
Auch der Fixed-Income-Bereich verzeichnete einen starken Monat. Insgesamt flossen 13,4 Mrd. Euro in Anleihe-ETFs.
Den größten Anteil machten Staatsanleihen mit 5,5 Mrd. Euro aus. Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating folgten mit 4,4 Mrd. Euro. Hochzinsanleihen sammelten weitere 1,2 Mrd. Euro ein, Geldmarktstrategien rund 1,1 Mrd. Euro.
Bei Staatsanleihen dominierten US-Dollar-Strategien mit Zuflüssen von rund 2,9 Mrd. Euro, während auf Euro-Staatsanleihen knapp 1,4 Mrd. Euro entfielen. Gefragt waren unterschiedliche Laufzeitsegmente, darunter mittlere und kürzere Laufzeiten.
Die Entwicklung zeigt, dass Anleger weiterhin sowohl auf die Ertragsmöglichkeiten von Unternehmensanleihen als auch auf Staatsanleihen setzen. Die breite Nachfrage über mehrere Laufzeitbereiche hinweg spricht dabei gegen eine einseitige Positionierung entlang der Zinskurve.
ESG-ETFs sammeln 7,7 Mrd. Euro ein
Bemerkenswert bleibt auch die Nachfrage nach ESG-Strategien. Im Oktober flossen insgesamt rund 7,7 Mrd. Euro in entsprechende ETFs. Davon entfielen 5,3 Mrd. Euro auf Aktien- und 2,4 Mrd. Euro auf Anleiheprodukte.
Innerhalb der ESG-Aktienstrategien dominierten globale Aktien-ETFs mit knapp drei Milliarden Euro. Bei ESG-Anleihen standen Investment-Grade-Unternehmensanleihen mit rund 1,4 Mrd. Euro im Mittelpunkt.
Allerdings entfiel der deutlich größere Teil der gesamten ETF-Zuflüsse weiterhin auf Produkte ohne ESG-Klassifizierung. Bei Aktien-ETFs waren es 21,6 Mrd. Euro gegenüber 5,3 Mrd. Euro bei ESG-Strategien.
Fazit: Breite Nachfrage, selektive Schwerpunkte
Der Oktober bestätigt die hohe Nachfrage nach ETFs als Instrument der Portfolioallokation. Globale Aktienstrategien und Anleiheprodukte bilden dabei die wesentlichen Wachstumstreiber.
Innerhalb der Aktienmärkte werden die Unterschiede allerdings deutlicher: Technologie, Robotik und Cybersecurity ziehen weiterhin Kapital an, während Finanzwerte erhebliche Abflüsse verzeichnen. Gleichzeitig zeigt sich bei Anleihen eine breit gestreute Nachfrage über Staats-, Unternehmens- und Hochzinssegmente hinweg.
Für institutionelle Anleger liefern die Kapitalströme damit Hinweise auf aktuelle Positionierungsschwerpunkte. Sie sind allerdings nicht unmittelbar mit einer positiven oder negativen Markterwartung gleichzusetzen.
ETF-Markt: 40,8 Milliarden Euro Zuflüsse im Oktober – Technologie und Anleihen gefragt
