Auf Sicht von zwölf Monaten erzielten institutionelle Investoren wie Versicherungen, VAG-Anleger oder Pensionsfonds sogar eine Rendite von durchschnittlich 9,63% – deutlich mehr als der Wert von 3,95% per Ende Juni 2025. Gleichzeitig stieg das Spezialfondsvermögen auf der Plattform um 9,7% auf 687,7 Mrd. Euro.
Ein starker Performancetreiber waren die Aktienmärkte. Trotz der weltweiten Krisen entwickelten sich Unternehmenstitel überwiegend positiv. Viele Börsen beendeten das Halbjahr sogar nahe ihren Höchstständen. Grund dafür war vor allem die Erwartung weiter steigender Gewinne, insbesondere im Technologiesektor. Innerhalb der KI-Thematik haben die Anleger allerdings inzwischen ihren Fokus verschoben: Nach Plattformkonzernen und Hyperscalern sind Halbleiter, Speicherchips, Hardware und Rechenzentrumsinfrastruktur stärker in den Mittelpunkt gerückt. Investoren setzten damit zunehmend auf Unternehmen, die unmittelbar am Ausbau der KI-Kapazitäten verdienen. So zählten im zweiten Quartal Chip- und Speicherkonzerne aus den USA, Korea und Taiwan zu den stärksten Titeln. Gleichzeitig sorgen die hohen Bewertungen dieser Unternehmen für zunehmende Aufmerksamkeit.
Aktienquote steigt – und wird technologielastiger
Diese Entwicklung ist in den Portfolios deutlich sichtbar. Ende Juni entfiel mit 23,9% fast ein Viertel der Aktienanlagen auf IT-Titel. Gegenüber dem Vorjahreswert entspricht das einem Zuwachs von 5,3 Prozentpunkten – eine außergewöhnlich starke Verschiebung. Offenbar ließen viele Investoren erfolgreiche Positionen weiterlaufen. Zugleich stieg die durchschnittliche Aktienquote der Gesamtportfolios auf 26,3% , nach 23,8% im ersten Halbjahr 2025 (siehe Abb. 1).
Abb. 1:

Volatilität ist gestiegen
Das positive Marktbild steht im Kontrast zu den politischen Risiken. Die Eskalation des Konflikts mit dem Iran Ende Februar und die Blockade der Straße von Hormus ließen den Ölpreis stark steigen und schürten neue Inflationssorgen. Die scheinbare Entspannung zwischen den USA, Israel und Iran ließ die Märkte zunächst aufatmen, auch weil die Energieversorgung weniger stark beeinträchtigt wurde als befürchtet. Seit Anfang Juli belasten neue Angriffe beider Parteien die Stimmung jedoch wieder.
Für Investoren sind weniger die täglichen Nachrichten selbst entscheidend als ihre mittel- bis langfristigen Auswirkungen auf Unternehmen und Konjunktur. Geopolitische Ereignisse verändern Markttrends vor allem dann nachhaltig, wenn sie Energiepreise, Lieferketten, Inflationserwartungen oder Liquidität auf Dauer beeinträchtigen. Ob der Iran-Krieg solche Folgen haben wird, bleibt derzeit noch offen. Bis Ende Juni erwies sich die Weltwirtschaft zumindest robuster als erwartet. In den USA stützten Arbeitsmarkt und Konsum die Gewinne; europäische Aktien verzeichneten im Frühjahr ihr stärkstes Quartal seit Ende 2020.
Die Allokation der verschiedenen Wirtschaftszweige in den von Universal Investment verwalteten Spezialfonds zeigt allerdings, dass die Zuversicht nicht gleichmäßig verteilt ist. Neben IT wurden lediglich Energieunternehmen und Versorger leicht höher gewichtet beziehungsweise bewertet. Bei allen anderen Sektoren war der relative Anteil Ende Juni niedriger als ein Jahr zuvor.
Anleiheanteil bleibt stabil
Während die Aktienseite deutlich in Bewegung geraten ist, blieb die Rentenallokation nahezu unverändert. Institutionelle Anleger hielten Ende Juni 39,0% ihres Kapitals in Anleihen, nach 39,6% ein Jahr zuvor. Unternehmensanleihen machten 30,1% aller festverzinslichen Anlagen aus, Staatsanleihen 28,5%. Die relativen Veränderungen bei den einzelnen Segmenten lagen überwiegend im Nachkommabereich. In absoluten Zahlen wurden lediglich Loans sowie Anleihen von Nichtbanken aus dem Finanzsektor reduziert (siehe Abb. 2).
Abb. 2:

Alternatives bleiben strategisch relevant
Alternative Investments nehmen in institutionellen Portfolios einen festen Platz ein. Zum Ende des ersten Quartals, den jüngsten verfügbaren Daten, hatten Spezialfondsanleger bei Universal Investment insgesamt 120,6 Mrd. Euro in dieser Anlageklasse. Das sind knapp 4 Mrd. Euro mehr als im Vorjahr, wobei sich das Wachstum seither allerdings abgeschwächt hat. Viele Investoren haben inzwischen ihre Zielquoten erreicht; zugleich verzögern schwache Exit-Märkte die Rückflüsse. Eine Rolle spielen auch liquide Rentenanlagen, die angesichts höherer Zinsen wieder konkurrenzfähige Erträge bieten. Auf lange Sicht bleiben insbesondere Anlagen in Infrastruktur und Private Credit wegen ihrer Diversifikations- und Ertragseigenschaften gefragt.
Auch in der Immobilienallokation setzt sich der Strukturwandel fort. Immobilien stehen für rund 3,6% der institutionellen Spezialfondsanlagen. Das weltweite Transaktionsvolumen erreichte zum Jahresende 2025 insgesamt 46,2 Mrd. Euro. Deutschland blieb mit 18,5 Mrd. Euro der wichtigste Einzelmarkt.
Klassische Gewerbeimmobilien verlieren weiter an Gewicht. Der Büroanteil sank seit Ende 2024 von 36,0% auf 33,8%, Handel und Gastronomie von 30,0% auf 28,0%. Wohnimmobilien legten dagegen von 23% auf 25% zu. Investoren bevorzugen damit zunehmend defensivere, von struktureller Nachfrage gestützte Segmente.
Private Equity und Aktien liefern langfristig Performance
Die eingangs erwähnte langfristige Wertentwicklung lieferte den institutionellen Anlegern auf zehn Jahre komfortable 4,13%per annum. Den höchsten Beitrag zwischen Juni 2016 und Juni 2026 verzeichneten Private-Equity-Fonds mit 9,69% jährlich, gefolgt von Aktienfonds mit 8,73%. Rentenfonds kamen dagegen lediglich auf 1,98%.
In der zweiten Jahreshälfte werden die hohen Bewertungen immer mehr als Risiko gesehen. Solange die Unternehmensgewinne und KI-Investitionen diese Bewertungen tragen, bleibt die Stimmung an den Märkten positiv – kann aber schnell umschlagen, falls die Erwartungen enttäuscht werden. Auch die Geopolitik oder eine mögliche Straffung der US-Zinsen können jederzeit neue Volatilität auslösen. Die Aussichten sind ambivalent.
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*) Mathias Heiß, CEO Universal Investment Deutschland
Methodik und Relevanz: Die Auswertung erfasst alle Anlagen in Spezialfonds bei Universal Investment für den Zeitraum Dezember 2011 bis zum 30. Juni 2026 und wird regelmäßig aktualisiert. Das Gesamtvolumen der analysierten Assets under Administration beträgt rund 688 Mrd. Euro.
Spezialfonds-Analyse: Märkte trotzen politischen Krisen
Mathias Heiß
