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Spezialfonds-Analyse: Ein Viertel in Technologie

Der Börsensommer 2026 belohnte viele Aktienanleger, setzte Rentenportfolios aber unter Druck. Die bei Universal Investment verwalteten Spezialfonds verzeichnen dazu passend eine gestiegene Aktienquote, die insbesondere von Anlagen im IT-Sektor getrieben wird. Wie sich Bestände und Renditen zuletzt entwickelt haben, zeigt die aktuelle Auswertung zum 30. September 2026.

Mathias Heiß

An den internationalen Finanzmärkten verlief das dritte Quartal in diesem Jahr alles andere als geradlinig. Einerseits zeigte sich die Konjunktur global gesehen stabil und besonders Unternehmen, die direkt oder indirekt mit dem Thema KI in Verbindung stehen, konnten sich über ein hohes Gewinnwachstum freuen. Andererseits war der Sommer von anhaltenden geopolitischen Konflikten, höherer Inflation und einer strafferen Geldpolitik – oder der Aussicht darauf – geprägt. Angesichts der Auseinandersetzungen im Nahen Osten stieg der Ölpreis zeitweise wieder über 100 US-Dollar pro Barrel, und auch in Europa zogen die Gaspreise erneut an.

Die US-Aktienmärkte hielten sich unter dem Strich trotz beginnender Nervosität gut. Der S&P 500 schloss am 30. September bei 7.651,54 Punkten, 2,3% über dem Stand zur Jahresmitte und wurde vor allem getragen von Investitionen in Rechenzentren sowie KI-Anwendungen. Software-Aktien waren plötzlich wieder gefragt, während es bei Chips und Halbleitern zu Gewinnmitnahmen kam. Auf der anderen Seite des Atlantiks konnte der DAX immerhin noch ein Plus von 0,8% verzeichnen; der STOXX Europe 600 fiel dagegen um 0,6%.

Gegenwind für Anleihen
Für die Rentenmärkte war das dritte Quartal anspruchsvoller. Der Inflationsdruck aus den Energiemärkten, hohe Staatsdefizite und schwindendes Vertrauen in die Bonität mancher Emittenten ließen die Renditen steigen – ein Trend, der sich im laufenden Quartal fortsetzt. Dazu kommt, dass der riesige Kapitalbedarf der Technologieunternehmen für ihre KI-Investitionen zunehmend mit staatlichen Anleihen im Wettbewerb um die Gunst der Investoren steht.

Die Europäische Zentralbank hob im September ihre Leitzinsen um 25 Basispunkte an; der Einlagensatz liegt seither bei 2,50%. Auch die US-Notenbank erhöhte ihr Zielband um einen Viertelprozentpunkt auf 3,75 bis 4,00%. Gegenüber der Entspannungsphase des Vorjahres hat sich das Zinsumfeld deutlich gedreht. Steigende Renditen belasten die Kurse vorhandener Anleihen, besonders bei langen Restlaufzeiten.

In der Eurozone wird der Renditeunterschied zwischen deutschen und französischen Staatsanleihen aufgrund der stetig steigenden Staatsverschuldung bei unserem Nachbarn zunehmend mit Sorge betrachtet. Die aktuelle innenpolitische Situation verschärft das Dilemma zusätzlich, da der Spielraum für die Regierung dort immer kleiner wird. Fernab der US- und Euro Rentenmärkte verdienen außerdem die stetig steigenden Zinsen in Japan eine erhöhte Aufmerksamkeit.

In den Spezialfonds steigt die Aktienquote
Die von Universal Investment administrierten Spezialfonds erreichten zum 30. September ein Volumen von 680 Mrd. Euro, rund sechs Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Anleihebestand wuchs um 6,4 Mrd. Euro und bleibt mit insgesamt rund 264 Mrd. Euro die größte Anlageklasse. Aber der Rentenanteil am Gesamtvermögen sank im Vergleich zum Vorjahreswert von 40,1% auf 38,8%. Das Aktienvolumen erreichte 177 Mrd. Euro nach 157 Mrd. Euro im Vorjahr. Damit stieg der Anteil am Gesamtvermögen innerhalb von zwölf Monaten um 1,6 Prozentpunkte auf 26% (sh. Abb. 1).



Innerhalb des Rentenportfolios sind die Gewichtungen stabil. Traditionell stehen Unternehmensanleihen (aktuell 29,3%) und staatliche Emissionen (aktuell 28,8%) an der Spitze. Gegenüber September 2025 nahm insbesondere der Anteil der Staatsanleihen von 27,5 auf 28,8% zu. Ansonsten bewegten sich die Schwankungen der verschiedenen Rentensegmente im Nachkommabereich.

IT-Investments mehr als verdoppelt
Markanter ist die Veränderung innerhalb des Aktienbestands. Der Sektor Informationstechnologie, also Unternehmen, die technologische Infrastruktur, Bauteile, Software und IT-Dienstleistungen herstellen oder bereitstellen, machte Ende September 24% aller institutionellen Aktieninvestments aus. In dieser Anlageklasse zeigt sich ein über Jahre deutlich gestiegenes Gewicht des IT-Sektors im Vergleich zu anderen Branchen, etwa zu Financials an zweiter Stelle (aktuell rund 17%) oder Industriewerten auf Rang drei (aktuell 12,7%). Seit 2016 hat die Gewichtung von IT-Werten um 14,4 Prozentpunkte zugenommen und beträgt heute das Zweieinhalbfache ihres damaligen Werts.

Spezialfonds spiegeln somit die gestiegene Bedeutung großer Technologiekonzerne an den Weltbörsen wider. So lag die Gewichtung des IT-Sektors im MSCI World Ende September bei 31,7%. Für Investoren stellt sich immer mehr die Frage, wie stark Konzentrations-, Bewertungs- und Geschäftsmodellrisiken einzelner KI- und Plattformanbieter bewusst getragen werden sollen. Ob die Spezialfondsanleger auf der Plattform von Universal Investment systematisch Gewinne abschöpfen oder die Kurse laufen lassen, lässt sich aus den Daten allerdings nicht erkennen.

Alternatives holen wieder auf
Alternative Investments sind aus institutionellen Anlagestrategien nicht mehr wegzudenken. Bis zum 30. Juni 2026, den letzten vorliegenden Daten, kamen sie auf ein Volumen von 123,6 Mrd. Euro. Nach 120,6 Mrd. Euro zum Ende des ersten Quartals bedeutet dies einen Anstieg um 3 Mrd. Euro oder 2,5% binnen drei Monaten. Zum Jahresende 2025 hatte das Volumen 123,0 Mrd. Euro betragen. Der Rückgang im ersten Quartal wurde damit zur Jahresmitte nicht nur aufgeholt, sondern leicht übertroffen. Im Vergleich zum Vorjahreswert Ende Juni 2025 erhöhte sich der Bestand um 6,9 Mrd. Euro beziehungsweise 6,0%. Im Vergleich zum Jahresende 2025 nahmen insbesondere Equity-Strukturen (plus 1,4 Mrd. Euro) und Hedgefonds (plus 0,7 Mrd. Euro) zu, während der Bestand an Verbriefungen um 1,5 Mrd. Euro zurückging.

Stabile Spezialfonds-Performance
Die bei Universal Investment administrierten Spezialfonds kamen in den ersten neun Monaten 2026 auf eine aggregierte Wertentwicklung von 4,31%, deutlich höher als das Vorjahresergebnis zum gleichen Zeitpunkt von 2,83%. Über die zurückliegenden zwölf Monate wurden 6,02% erzielt, verglichen mit 3,86% per Ende September 2025. Auf Zehnjahressicht lag die annualisierte Rendite bei 3,93% und damit leicht über dem Vorjahresvergleichswert von 3,85%. Die Dreijahresrendite stieg von 6,01% auf 6,92% per annum.

Der Blick allein auf die Jahresbilanz würde die Belastungen des Sommers allerdings verdecken: Im dritten Quartal 2026 wies die Performance im Schnitt ein Minus von 0,78% aus. Rentenfonds verloren in diesen drei Monaten 2,39%, während Aktienfonds mit plus 0,07% nahezu unverändert blieben. Und seit Jahresbeginn erzielten Aktienfonds 12,60% – im Vergleich zu 0,23% bei Rentenfonds.

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*) Mathias Heiß, CEO Universal Investment Deutschland

Methodik und Relevanz: Die Auswertung erfasst alle Anlagen in Spezialfonds bei Universal Investment für den Zeitraum Dezember 2011 bis zum 30. September 2026 und wird regelmäßig aktualisiert. Das Gesamtvolumen der analysierten Assets under Administration beträgt rund 680 Mrd. Euro.