Foundation | Welcome

Menu


KENFO trotzt Marktturbulenzen mit 6,2% Rendite – Private Markets gewinnen weiter an Bedeutung

Der Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung (KENFO) hat seine langfristig ausgerichtete Anlagestrategie auch in einem von geopolitischen Krisen und hoher Marktvolatilität geprägten Umfeld erfolgreich fortgesetzt. Für das Geschäftsjahr 2025 weist Deutschlands größter Staatsfonds eine Nettowertentwicklung von 6,2% aus und übertraf damit seine langfristige Zielrendite von rund 4% deutlich. Im ersten Halbjahr 2026 legte das Portfolio trotz der zwischenzeitlichen Verwerfungen infolge des Iran-Konflikts bereits weitere 7,9% zu.

Mit einem Anlagevermögen von inzwischen rund 28 Mrd. Euro zählt der 2017 gegründete KENFO zu den bedeutendsten institutionellen Investoren Deutschlands. Seine Aufgabe besteht darin, die Zwischen- und Endlagerung radioaktiver Abfälle langfristig zu finanzieren. Seit seiner Gründung hat der Fonds nach eigenen Angaben einen Mehrwert von 8,8 Mrd. Euro erwirtschaftet und davon bereits 5,3 Mrd. Euro zur Finanzierung der nuklearen Entsorgung an den Bund ausgezahlt.

Diversifikation zahlt sich aus
Die Ergebnisse unterstreichen nach Einschätzung des KENFO die Bedeutung einer breit diversifizierten strategischen Asset Allocation. Ende 2025 bestand das Portfolio aus rund 41% Aktien, 39% Anleihen sowie knapp 15% nicht börsennotierten Anlagen. Hinzu kamen rund 5% Liquidität für laufende Auszahlungen und Kapitalabrufe. Einschließlich bereits zugesagter, aber noch nicht abgerufener Kapitalzusagen beträgt der Anteil illiquider Anlagen bereits rund ein Viertel des Gesamtportfolios.

Besonders positiv im Portfolio entwickelten sich im vergangenen Jahr Schwellenländeraktien mit einer Rendite von 20,9% sowie Aktien aus Industrieländern mit 10,1%. Im Rentenportfolio lieferten Schwellenländeranleihen den höchsten Wertbeitrag. Belastend wirkte dagegen die deutliche Abwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro.

Illiquide Anlagen bleiben strategischer Schwerpunkt
Ein wesentlicher Baustein der langfristigen Strategie bleibt der Ausbau der Private-Markets-Allokation. Der KENFO investiert über Fonds in Private Equity, Infrastruktur, Private Debt und Immobilien. Bis Ende 2028 soll der Anteil nicht börsennotierter Anlagen auf rund 30% des Gesamtvermögens steigen. Während die Allokationen in Private Equity, Infrastruktur und Private Debt bereits weit fortgeschritten sind, sieht der Fonds insbesondere bei Immobilien noch Ausbaupotenzial. Der Einstieg in dieses Segment war aufgrund der Marktverwerfungen nach der Pandemie und dem Zinsanstieg bewusst verschoben worden. Erst seit 2023 baut der KENFO seine Immobilienallokation schrittweise auf und sieht dort inzwischen wieder attraktivere Renditechancen.

Aktives Management dominiert
Bemerkenswert ist auch die Organisationsstruktur der Kapitalanlage. Der KENFO steuert derzeit 22 aktive und sieben passive liquide Mandate sowie 58 Strategien im Bereich der illiquiden Anlagen. Insgesamt werden rund zwei Drittel des Gesamtportfolios aktiv gemanagt. Die Auswahl der einzelnen Wertpapiere erfolgt dabei überwiegend durch spezialisierte externe Asset Manager, während der Fonds selbst die strategische Asset Allocation und das Risikomanagement verantwortet.

Nachhaltigkeit bleibt Bestandteil der Anlagestrategie
Auch seine Nachhaltigkeitsziele hat der Staatsfonds weiter vorangetrieben. Gegenüber dem Basisjahr 2019 konnte die CO2-Intensität des Aktien- und Unternehmensanleiheportfolios bis Ende 2025 um 62% reduziert werden. Gleichzeitig wurde der Anteil von Green Bonds im Rentenportfolio weiter ausgebaut. Der KENFO betont allerdings, dass Nachhaltigkeit im Rahmen des gesetzlichen Anlageauftrags berücksichtigt werde, der Fonds jedoch kein Nachhaltigkeitsfonds im engeren Sinne sei.

Einordnung
Für institutionelle Investoren liefert der Geschäftsbericht mehrere interessante Signale. Zum einen bestätigt der KENFO den Trend vieler großer Asset Owner, den Anteil illiquider Anlagen schrittweise auszubauen und dabei insbesondere Infrastruktur, Private Equity und Private Debt als langfristige Renditequellen zu nutzen. Zum anderen zeigt die Entwicklung, dass eine konsequent diversifizierte Asset Allocation auch in geopolitisch schwierigen Marktphasen robuste Ergebnisse liefern kann.

Mit seiner langfristigen Perspektive, klar definierten Zielrendite und dem schrittweisen Ausbau alternativer Anlagen gehört der KENFO inzwischen zu den wichtigsten Orientierungspunkten für die strategische Kapitalanlage großer institutioneller Investoren in Deutschland.