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Österreichs Pensionskassen erzielen 5% im Durchschnitt

2025 halfen der Aktienboom sowie die stetigen Beiträge von Anleihen. Unterdessen hat die Regierung Pensionskassenexperten eingeladen, über eine Reformvorlage zu sprechen.

Im Durchschnitt über alle fünf überbetrieblichen Pensionskassen in Österreich, die 30,6 Mrd. Euro verwalten, lag die Performance für 2025 bei 4,88% und damit unter den 7,77% aus 2024.

„2025 haben Aktien stark performed und die Allokation lag schon in den letzten zwei Jahre im Durchschnitt bei über 40%“, erläuterte Andreas Zakostelsky, Obmann des Fachverbandes der Pensions- und Vorsorgekassen, gegenüber IPE DACH bei einer Pressekonferenz in Wien diese Woche. Anleihen machen weitere 40% eines Durchschnittsportfolios aus und die Immobilienquote liegt bei etwa 9%. Der Rest besteht aus alternativen Anlagen.

Für Österreichs größte Pensionskasse, die VBV, bestätigte Günther Schiendl: „Die Aktienstrategie hat 2025 eine deutliche Outperformance geliefert, die Anleihen- und Private Debt Portfolien haben zuverlässige Ergebnisse abgeliefert.“

Traditionell berichtet die VBV, die derzeit 9,75 Mrd. Euro verwaltet, keinen Durchschnitts-Performance-Wert über alle Portfolien sondern eine Bandbreite: „Wir haben das Jahr 2025 in unseren Veranlagungs- und Risikogemeinschaften (VRGn) je nach Risikostrategie mit einem Veranlagungsergebnis zwischen 4% (konservativ) und 7% (dynamisch) abgeschlossen“, so Schiendl. 2024 lag diese Bandbreite bei 6% und 12,5%.

Im vergangenen Jahr hat die VBV einen der größten Pensions-Deal in Österreich der vergangenen Jahre abgeschlossen mit der Übernahme der IBM Firmenpensionskasse, die das Vermögen der VBV über 10 Mrd. Euro steigern wird.

Andere Pensionskassen haben noch keine Ertragsergebnisse für 2025 veröffentlicht.

Vorsorgekassen
Die Vorsorgekassen, die 23,7 Mrd. Euro an obligatorischen Rückstellungen für Abfindungen verwalten, die aus dem Bruttogehalt abgezogen werden, können nicht im gleichen Ausmaß von einer Aktien-Hausse profitieren, wie die Pensionskassen. Sie sind gesetzlich, u.a. durch Garantievorgaben, in ein konservativeres Veranlagungskorsett gebunden. 2025 erwirtschafteten die sechs Anbieter im Durchschnitt 3,6%, nach 4,9% im Jahr davor.

Die Vorsorgekasse, die die VBV anbietet, konnte den Marktdurchschnitt mit 4,8% Rendite im vergangenen Jahr deutlich schlagen.

„Nicht zu romantisch“
Bei der Pressekonferenz bestätigte Zakostelsky, dass Vertreter der Pensions- und Vorsorgekassen „irgendwann im ersten Quartal“ mit Regierungsvertretern zusammenkommen werden, um über Pensionsreformen zu sprechen, die die Regierung vor Weihnachten vorgeschlagen hatte.

Details stehen noch nicht fest, aber ein sehr wahrscheinliches Ergebnis wird die Einführung eines sogenannten „Generalpensionskassenvertrages“ sein. Dabei soll die Möglichkeit geschaffen werden, dass Menschen, die keinen Zugang zu einer Pensionskasse über ihren Arbeitgeber haben, trotzdem ihr Vermögen aus der Vorsorgekasse in eine Pensionskasse übertragen können. So können sie ihr angespartes Vermögen in lebenslange Pensionsbezüge umwandeln.

Um die Erträge der Vorsorgekassen zu steigern, soll über die Garantieverpflichtung gesprochen werden sowie über die derzeitige Entnahmemöglichkeit drei Jahre nach Beendigung eines Angestelltenverhältnisses. Laut Zakostelsky könnten diese beiden Maßnahmen dazu führen, dass sich die Erträge in den Vorsorgekassen an jene der Pensionskassen annähern.

Für Pensionskassen wollen die Branchenvertreter eine Auswahlmöglichkeit für einen Rechnungszins bei Pensionsantritt. Zakostelsky würde auch gerne eine verpflichtende Einführung eines Lebensphasenmodells mit Opt-Out-Möglichkeit im Gesetz festgeschrieben sein. Die neuen Regelungen könnten über den Sommer zur Abstimmung gelangen. Auf der Wunschliste der Branche stehen auch steuerliche Maßnahmen, um die (Eigen-)beiträge in Pensionskassen zu erhöhen.

Allerdings enthält der derzeit vorliegende Regierungsvorschlag auch Punkte, die zwar „romantisch“ klingen mögen, von den Branchenvertretern aber als gefährlich angesehen werden.

„Wir sind der Regierung dankbar, dass sie sich des Themas, das kein Stammtischthema ist, annimmt,“ merkte Zakostelsky vorsichtig an. „Jede der drei Parteien hat es gut gemeint. Und jetzt ist es wichtig zu sehen, dass nicht alles gut Gemeinte auch zusammengeht.“

Als Beispiel nannte Zakostelsky den Vorschlag Pensionskassengelder „in Härtefällen“ zur Entnahme freizugeben oder die Möglichkeit jederzeit die Pensionskasse zu wechseln. „Das würde die Performance zerstören. „Wir sollten uns nicht von zu vielen romantischen Ideen verführen lassen.“