Die Stimmung institutioneller Investoren gegenüber Immobilieninvestments bleibt vorsichtig. Das zeigt die aktuelle Umfrage „Wohninvestment Trends 2026“, die der Frankfurter Wohnimmobilien-Spezialist INDUSTRIA unter institutionellen Anlegern durchgeführt hat. Demnach wollen rund 50% der Befragten ihre Immobilienquote in den kommenden zwölf Monaten unverändert lassen. Rund 36% planen sogar eine Reduktion ihrer Allokation, während lediglich etwa 14% ihre Immobilienquote ausbauen möchten.
Thomas Wirtz, Geschäftsführer von INDUSTRIA Immobilien, sieht darin eine Bestätigung der aktuellen Marktbeobachtungen: „Viele institutionelle Investoren haben volle Immobilienquoten und investieren aktuell nur sehr selektiv in Immobilien. Die Befragung bestätigt das, was wir in der Praxis wahrnehmen.“
Trotz der insgesamt defensiven Haltung bleibt das Wohnsegment für viele Anleger attraktiv. Von dem Kapital, das in den kommenden zwölf Monaten neu in Immobilien investiert werden soll, entfällt laut Studie rund ein Drittel auf Wohnimmobilien. Besonders gefragt bleiben dabei risikoarme Strategien. Die Präferenz für Core-Investments hat gegenüber dem Vorjahr nochmals deutlich zugenommen: 91,3% der Befragten wollen in den kommenden zwölf Monaten in Core-Immobilien investieren, nach 72,1% im Vorjahr.
Parallel dazu sinken die Renditeanforderungen der Investoren leicht weiter. Bei deutschen Wohnimmobilien erwarten mehr als die Hälfte der Befragten Ausschüttungsrenditen zwischen 3,5% und 4,0% pro Jahr. Bei internationalen Wohninvestments liegt die bevorzugte Spanne bei 4,0% bis 4,5%. Dies deutet darauf hin, dass institutionelle Anleger angesichts der stabileren Marktbedingungen wieder bereit sind, niedrigere Renditen für als qualitativ hochwertig eingeschätzte Immobilien in Kauf zu nehmen.
Auffällig ist zudem die zunehmende Konzentration auf den deutschen Markt. Während im vergangenen Jahr noch rund 64% der Investoren angaben, in deutsche Wohnimmobilien investieren zu wollen, liegt dieser Anteil nun bei mehr als 74%. Gleichzeitig verliert der restliche europäische Markt an Bedeutung. Investments in Nordamerika oder Asien-Pazifik spielen zudem nur eine untergeordnete Rolle.
Zurückhaltender zeigt sich die Investorenseite dagegen beim Thema Modulbauweise. Zwar können sich weiterhin mehr als ein Drittel der Befragten Investments in modular errichtete Wohnimmobilien vorstellen, zugleich ist der Anteil derjenigen gestiegen, die zunächst weiter beobachten wollen. Gleichzeitig erwarten knapp zwei Drittel der Investoren bei modularen Wohnkonzepten höhere Renditen.
Bei der konkreten Investmentstrategie bevorzugen institutionelle Anleger vor allem eine Kombination aus Bestands- und Neubauimmobilien. Entwicklungsobjekte im Bestand stoßen dagegen weiterhin nur auf geringes Interesse.
Für die Studie befragte INDUSTRIA zwischen März und April 2026 insgesamt 36 institutionelle Investoren, darunter Banken, Versicherungen, Pensionskassen und Versorgungswerke. Das durchschnittlich verwaltete Vermögen der Teilnehmer lag bei 4,7 Mrd. Euro.
INDUSTRIA-Umfrage: Institutionelle Investoren halten an Immobilien fest – Wohnsegment bleibt gefragt
