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„Co-Investments setzen wir im ‚Portfoliokontext‘ ein und nicht nur als Einzelinvestments“

Die in Zürich ansässige Petiole Asset Management AG ist ein von der FINMA lizenzierter Vermögensverwalter, der sich auf alternative Anlagen – Private Equity, Real Estate und Private Debt – spezialisiert hat und über ein Team verfügt, das auf fast zwei Jahrzehnte Erfahrung in Privatmarktanlagen und mehr als 2 Mrd. US-Dollar AuM bauen kann. Das Unternehmen sieht sich im Vergleich zu den meisten Lösungen auf dem Markt mit seiner Expertise beim Aufbau maßgeschneiderter Portfolios, die aus Direkt- und Co-Investitionen mit vertrauenswürdigen erstklassigen GPs bestehen, und seine starken digitalen Fähigkeiten bei institutionellen Anlegern im Vorteil. IPE D.A.CH Chefredakteur Frank Schnattinger sprach mit Naji Nehme, CIO, und Pierre-Olivier Pourcelot, Head of Institutional Sales, um mehr über das Unternehmen und seine Ziele zu erfahren.

Naji Nehme

Pierre-Olivier Pourcelot

IPE D.A.CH: Wie würden Sie die Mission von Petiole Asset Management umschreiben?
Nehme: In den letzten zwei Jahrzehnten hat der Sektor der alternativen Anlagen aufgrund seiner Outperformance und geringen Volatilität im Vergleich zu Public Markets an Bedeutung gewonnen. Unsere Mission ist es, der Spezialist für Investments in Private Market zu werden. Wir verfügen über die menschlichen und digitalen Fähigkeiten, um maßgeschneiderte Portfolios zu erstellen, die zu den ganz spezifischen Bedürfnissen unserer Kunden passen. Wir wollen und bauen keine Investmentlösung ‚von der Stange‘, die für alle passen. Co-Investments setzen wir zudem im ‚Portfoliokontext‘ ein und nicht nur als Einzelinvestments. Mit der Fokussierung von Petiole auf Private Markets streben wir danach, Renditen zu erzielen, die über denen der öffentlichen Märkte liegen, und das Ganze bei geringerer Volatilität.

IPE D.A.CH: Wo sehen Sie den konkreten Mehrwert von Petiole Asset Management für institutionelle Investoren?
Pourcelot: Dank unserer mittlerweile 18-jährigen Erfolgsbilanz im Bereich Private Investments, also Private Debt, Private Equity und Real Estate, bietet Petiole optimal diversifizierte Portfolios aus Direkt- und Co-Investments über erstklassige Sponsoren, Regionen, Sektoren und Jahrgänge in Form von segregierten Mandaten, RAIF-Subfonds oder Evergreen Perpetual an. Darüber hinaus nutzen wir in Zeiten von Verwerfungen an den Public Markets die Gelegenheiten und bauen „Hedgefonds/alternative-ähnliche“ Anlagen auf. Mit unserer fortschrittlichen digitalen Infrastruktur können institutionelle Investoren von der vollständigen Transparenz der Investitionen bis auf die Transaktionsebene hinab profitieren, also quasi eine „Live-Berichterstattung“ erleben.
Unser robuster Deal-Sourcing-Prozess bringt darüber hinaus zwei weitere überzeugende Vorteile für unsere Investoren: Erstens gibt es keine Überdiversifizierung, die üblicherweise in Dachfondsstrukturen zu finden ist, da diese normalerweise mehr als 70 Deals (Look-Through) und sehr unterschiedliche Gewichtungen zwischen den einzelnen Deals haben. Im Vergleich dazu bestehen unsere Investitionsprogramme aus 20–30 Co-Investitionen, die für Risikomanagementzwecke jeweils die gleiche Gewichtung haben. Zweitens können institutionelle Investoren bei jedem Deal ein sehr hohes Maß an Sicherheit durch eine durchgehende Due Diligence auf zwei Ebenen erwarten. Bevor wir institutionelle Investoren überhaupt zur Zeichnung einladen, wurde eine Co-Investment-Transaktion von den Komplementären validiert bzw. investiert und dann wiederum von Petiole weiter geprüft und je nach Case investiert. Gleichzeitig könnten institutionelle Anleger ganz oder teilweise auf eine Stufe fixer Gebühren verzichten. Wir sprechen hier von 30-50% der gesamten fixen Gebühren im Vergleich zu mehreren Dachfonds über eine Haltedauer von 10 Jahren. Das können mehr als 10% Fixgebühren sein, die während der Laufzeit des Mandats eingespart werden.

IPE D.A.CH: Was sind dann Ihre aktuellen Anlageprodukte bzw. -lösungen für institutionelle Anleger und wie könnte eine Fondsstruktur konkret aussehen?
Pourcelot: Wir passen Portfolios für institutionelle Anleger ganz spezifisch auf der Grundlage ihrer Anforderungen an die Asset Allokation an. Die von uns geschaffenen Lösungen adressieren konkret Anlageziele wie Kapitalzuwachs (Private Equity) und Einkommen (Private Debt), thematische Anlagen wie China-Technologie (5G/KI) oder sind zinsbasiert und inflationsbegünstigt (Finanz- bzw. Sondersituationen).
Wir haben auch Evergreen-Strukturen geschaffen, die es Investoren ermöglichen, an der Anlageklasse der Private Markets teilzunehmen und trotzdem ein gewisses Maß an Liquidität zu behalten. Unsere Gesellschaft hat die Fähigkeit, Portfolios durch seine flexible luxemburgische Struktur, Team-Know-how und digitale Plattform maßzuschneidern.

IPE D.A.CH: Sie sind ein globales Unternehmen mit Niederlassungen in Europa, Asien und den USA. Wie wichtig ist es auf der anderen Seite, beim Deal Sourcing vor Ort zu sein? Wie gehen Sie mit dem Thema Risikomanagement um?
Nehme: Wir haben ein kleines, aber äußerst vielfältiges Team von Anlageexperten mit umfassender Expertise in den Bereichen öffentliche Märkte, Private Markets, Asset Allokation, Direktinvestitionen, Co-Investments und Fondsinvestitionen zusammengestellt. Dies ermöglicht es uns, in verschiedenen Marktzyklen zu navigieren und unser Deal Sourcing zu optimieren. Durch unseren konsistenten, digitalisierten und effektiven Anlageprozess haben wir ein breites Netzwerk von Sponsoren und Partnern aufgebaut und privilegierten Zugang zu Anlagemöglichkeiten auf der ganzen Welt erhalten. Trotz der Zusammenarbeit mit den großen Namen in der Branche schaffen es jedoch nur etwa 4% dieser Opportunitäten durch die letzte Phase unserer strengen Investitionsprüfung, Due-Diligence-Prüfung und Genehmigungen des Investitionsausschusses, die eine unabhängige Überprüfung des Risikomanagements beinhalten.
Da wirklich lukrative Deals meistens in ihren lokalen Märkten verbleiben, nutzt Petiole seine lokalen Niederlassungen in Zürich, New York und Hongkong, um proaktiv Co-Investment-Deal-flow in den USA, Asien und Europa zu erzeugen. Der Fokus auf Co-Investitionen hebt unsere Lösungen von unseren Mitbewerbern ab, und unser erfahrenes Team kann Sponsoren effizient prüfen und darauf reagieren, wodurch Zusagen zu qualitativ hochwertigen Transaktionen innerhalb eines kurzen Zeitrahmens ermöglicht werden.



IPE D.A.CH: Die Stimmung an den Märkten hat sich aus verschiedenen Gründen nun deutlich verdunkelt. Wie navigieren Sie durch die volatile Zeit in diesem Jahr?
Nehme: Nach äußerst erfolgreichen Exits im vergangenen Jahr starteten wir 2022 mit einer defensiven Positionierung und führten keine neuen Transaktionen durch, während unser Risikomanagement-Team ein Rezessionsszenario für alle unsere Positionen durchspielte. Bis Juni dieses Jahres, als Bewertungen und Renditen attraktiver wurden, schlossen wir schließlich einige neue Transaktionen ab. Eine Private-Equity-Transaktion in der Software – Low-Code-Anwendungsbereich – und drei Transaktionen in der Anlageklasse Private Credit.
Wir halten dabei ganz klar an intensiven Underwriting-Maßnahmen fest, und das Team legt mehr Wert auf Einstiegsbewertungen und Unternehmen mit Umsatz- und Ertragswachstum die Rezessionsphasen überstehen können – im Gegensatz zu stark expansiven Geschäftsmodellen. Wir glauben, dass die Phase niedriger Zinsen – niedrige Inflation und starke Unterstützung durch die Zentralbanken – hinter uns liegt und Anleger auf die neue Phase höherer Zinsen, höherer Inflation und geringer Unterstützung durch die Zentralbanken vorbereitet sein sollten.

IPE D.A.CH: Wie setzen Sie Ihre digitalen Fähigkeiten als Unternehmen konkret ein?
Pourcelot: Wir verstehen den Wert einer transparenten und vereinfachten Berichterstattung an institutionelle Kunden im Bereich der Private Markets. Petiole hat sich daher vor einigen Jahren auf den Weg der digitalen Transformation gemacht, um unseren heute erreichten digitalen End-to-End-Investmentprozess zu entwickeln: von der Beschaffung, Auswahl und Genehmigung von Deals über das Onboarding bis hin zur Berichterstattung auf Asset-Ebene. Wir verfügen über die technischen Möglichkeiten, unseren Kunden diese nahtlose, vollständig digitale Schnittstelle bereitzustellen, damit sie ihre Portfolioleistung jederzeit und überall überwachen können. Schließlich kann es für diejenigen, die es gewohnt sind, ausschließlich in den Public Markets zu agieren, schwierig sein, sich in alternativen Anlagen zurechtzufinden. Hier wird Petiole zu einem wichtigen Partner für Institutionen, um die traditionelle 60/40-Portfolioallokation durch die Einbeziehung von Direkt- und Co-Investitionen in Privatmärkte zu ergänzen.

IPE D.A.CH: Vielen Dank für diese Einblicke.

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*) Petiole Asset Management AG ist ein in der Schweiz ansässiger Boutique-Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 2,1 Mrd. US-Dollar und Hauptsitz in Zürich. Petiole (Gruppe) ist lizenziert und reguliert, um Geschäfte in der Schweiz, den USA, Hongkong und auf den Kaimaninseln zu tätigen. Petiole hat zusammen mit The Family Office Co. über fast zwei Jahrzehnte durch erfolgreiche Direkt- und Co-Investitionen solide Arbeitsbeziehungen zu führenden globalen Sponsoren aufgebaut. Mehr Informationen finden Sie unter www.petiole.com.