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Gastbeitrag: Listed Private Equity – Review 2025

Das Jahr 2025 war für Listed Private Equity von erheblichen Herausforderungen geprägt. Über weite Strecken des Jahres handelten Private-Equity-Aktien mit deutlichen Abschlägen auf ihren inneren Wert (Net Asset Value, NAV). Der maximale Abschlag wurde am 7. April 2025 erreicht und lag bei rund -25%, gemessen am LPX50 NAV P/D Index. Bis Mitte Dezember 2025 konnte sich diese Bewertungslücke zwar teilweise schließen, betrug jedoch weiterhin erhöhte -18%. Parallel dazu verzeichnete Listed Private Equity im Jahr 2025 eine negative Gesamtrendite von -11% (per 12. Dezember in Euro).

Dr. Michel Degosciu (Bildquelle: LinkedIn)

Bemerkenswert ist jedoch die relative Stabilität der fundamentalen Bewertungen. Trotz des schwierigen Marktumfelds gingen die NAVs der im LPX50 enthaltenen Gesellschaften im Jahr 2025 lediglich um 1,6% zurück. Dies unterstreicht die Widerstandsfähigkeit des Geschäftsmodells.

Viele Listed-Private-Equity-Unternehmen nutzten ihre Liquidität, um neue Investitionen zu tätigen oder bestehende Portfoliounternehmen bei Refinanzierungen und Add-on-Akquisitionen zu unterstützen. Die Bilanzqualität blieb insgesamt stabil oder verbesserte sich sogar.

Mit Blick auf die aktuellen Trends und den Ausblick ergeben sich mehrere positive Impulse. Der Zinsrückgang in den USA dürfte den Transaktionsmarkt beleben, was bereits im vierten Quartal 2025 erste Anzeichen zeigte. Sinkende Finanzierungskosten erleichtern insbesondere Buyout-Transaktionen. Gleichzeitig nehmen die Mittelzuflüsse in Private Märkte weiter zu, getrieben durch institutionelle Investoren, Family Offices sowie zunehmend auch private Anleger, die nach Diversifikation suchen.

Viele börsennotierte Private-Equity-Asset-Manager werden derzeit 20% bis 40% unter ihren historischen Höchstständen gehandelt, was attraktive Einstiegsmöglichkeiten eröffnet. Der LPX50 Index ist zudem breit diversifiziert über Sektoren, Investitionsjahrgänge und Regionen und bietet ein breites Exposure zu zahlreichen mittelständisch geprägten Unternehmen. Diese sind typischerweise weniger stark Cashflow-getrieben als große Tech-Large-Caps, verfügen jedoch über erhebliches operatives Verbesserungspotenzial. Vor diesem Hintergrund erwarten wir bei einer Normalisierung des Marktumfelds eine schrittweise Belebung der Transaktionsaktivität.

Zusätzlich gewinnen Kapitalrückführungen an Bedeutung. Mehrere Listed-Private-Equity-Gesellschaften haben Aktienrückkaufprogramme angekündigt oder ausgeweitet, ein Trend, der bei anhaltend hohen Abschlägen fortbestehen dürfte. Dividenden und Aktienrückkäufe werden damit zu wichtigen Performance-Treibern. Insgesamt bleibt Private Equity gut positioniert für langfristiges Wachstum und stellt – insbesondere bei anhaltender Inflation – als Real Asset zumindest teilweise einen Inflationsschutz dar.


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*) Dr. Michel Degosciu, Managing Partner, LPX AG