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Eurizon startet ersten aktiven ETF – Wachstumstreiber Active ETFs gewinnt an Dynamik

Italienischer Asset Manager erweitert Plattformstrategie – institutionelle Investoren rücken stärker in den Fokus

Maria Luisa Gota (Bildrechte: Eurizon)

Eurizon baut sein ETF-Geschäft weiter aus und bringt mit dem „YAS Robotics Active“ seinen ersten aktiv gemanagten ETF auf den Markt. Damit reagiert der Asset Manager auf eine strukturelle Verschiebung im europäischen ETF-Markt, in dem aktive Strategien zunehmend an Bedeutung gewinnen – auch bei institutionellen Investoren.

Der neue Fonds investiert gezielt in Unternehmen aus den Bereichen Robotik und Automatisierung und ist Teil der neu aufgelegten Plattform „YourActive SICAV“, über die Eurizon künftig sein Angebot an aktiven ETFs bündeln will.

ETF-Markt wächst – aktive Strategien holen auf
Die Einführung erfolgt vor dem Hintergrund eines weiterhin dynamischen Marktwachstums. Der europäische ETF-Markt hat 2025 erstmals ein verwaltetes Vermögen von rund drei Billionen US-Dollar überschritten und verzeichnete Nettozuflüsse von etwa 390 Mrd. US-Dollar.

Auffällig ist dabei die zunehmende Bedeutung aktiver ETFs. Während passive Strategien weiterhin dominieren, hat sich das Wachstum zuletzt deutlich in Richtung aktiver Konzepte verschoben: Die Zahl der Neuauflagen stieg innerhalb von zwei Jahren von 32 auf 167 Produkte, ihr Anteil an den gesamten ETF-Launches erhöhte sich damit von rund 10 auf 27%.

Für institutionelle Investoren ist diese Entwicklung relevant, da aktive ETFs zunehmend als Brücke zwischen klassischem aktiven Management und der operativen Effizienz börsengehandelter Strukturen fungieren.

Plattformstrategie als Differenzierungsmerkmal
Eurizon verfolgt dabei einen plattformbasierten Ansatz. Bereits im Mai 2025 hatte das Unternehmen mit der YourIndex-SICAV-Reihe seine passive ETF-Plattform gestartet, die inzwischen auf 33 Teilfonds angewachsen ist – darunter 16 Aktien- und 17 Anleihefonds. Das verwaltete Vermögen beläuft sich per April 2026 auf über 19 Milliarden Euro.

Ein zentrales Merkmal ist die Multi-Share-Class-Struktur: Investoren können zwischen klassischen institutionellen Anteilsklassen und ETF-Strukturen wählen. Damit adressiert Eurizon gezielt unterschiedliche Investorengruppen und Nutzungskontexte – von taktischer Allokation bis hin zu langfristigen Mandaten.

Zudem integriert das Haus als einer der wenigen Anbieter in Europa alle ETF-relevanten Funktionen intern – von der Portfoliosteuerung bis zu Kapitalmarktaktivitäten. Diese vertikale Integration soll insbesondere Effizienzgewinne und eine bessere Kontrolle der Handels- und Liquiditätsprozesse ermöglichen.

Relevanz für institutionelle Investoren
Für institutionelle Anleger spiegelt der Schritt mehrere zentrale Markttrends wider:

1. Integration statt Einzelprodukt
ETFs werden zunehmend nicht isoliert eingesetzt, sondern in komplexe Portfolio- und Overlay-Strukturen integriert.

2. Active ETFs als Hybridlösung
Die Kombination aus aktivem Management und ETF-Struktur ermöglicht eine effizientere Umsetzung differenzierter Investmentstrategien – etwa in thematischen oder weniger effizienten Marktsegmenten.

3. Plattformmodelle gewinnen an Bedeutung
Skalierbare Infrastruktur, effiziente Prozesse und regulatorische Einbindung rücken stärker in den Fokus als das einzelne Produkt.

Produktinnovation als strategischer Hebel
Eurizon sieht die Weiterentwicklung des ETF-Angebots als zentralen Bestandteil seiner Wachstumsstrategie. „Produktinnovation ist ein Schlüsselfaktor für den Erfolg in der Vermögensverwaltungsbranche“, betont CEO Maria Luisa Gota. ETFs seien „einfache und kostengünstige Instrumente“, die sich sowohl für institutionelle als auch private Anleger eignen und sich zunehmend mit klassischen Fonds kombinieren lassen.

Gerade im institutionellen Kontext könnten aktive und passive ETFs gezielt zur Optimierung der Asset Allocation eingesetzt werden – etwa zur effizienten Steuerung von Liquidität, Risiko und Markt-Exposure.

Fazit
Mit dem Einstieg in das Segment aktiver ETFs positioniert sich Eurizon in einem der wachstumsstärksten Teilbereiche des europäischen ETF-Markts. Für institutionelle Investoren unterstreicht die Entwicklung einen grundlegenden Wandel: Der Wettbewerb verlagert sich zunehmend von einzelnen Produkten hin zu integrierten Plattformlösungen und skalierbaren Investmentstrukturen.

Active ETFs dürften dabei eine zentrale Rolle spielen – als flexibles Bindeglied zwischen traditionellem Asset Management und moderner Kapitalmarktinfrastruktur.