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Ehemalige Berenberg-Fondsmanager um Matthias Born gründen Aktienboutique Fortequa

Mit Fortequa startet eine neue Fondsboutique für europäische Aktien, die insbesondere Small und Mid Caps in den Blick nimmt. Hinter der Gründung stehen Matthias Born, Oliver Fritz und Christian Korth, die zuvor gemeinsam bei Berenberg tätig waren. Die Hamburger Unternehmensgruppe Münchmeyer Petersen & Co. (MPC) beteiligt sich mit 25,1% und stellt zugleich Seed-Kapital bereit. Erste Fonds sollen im November aufgelegt werden.

Der Markt für unabhängige Asset-Management-Boutiquen erhält einen weiteren Anbieter: Mit Fortequa haben drei erfahrene Aktienmanager eine neue Gesellschaft gegründet, die sich auf europäische Aktienstrategien spezialisiert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf kleineren und mittelgroßen Unternehmen, die in ihren jeweiligen Marktsegmenten führende Positionen einnehmen.

Die drei Gründungspartner Matthias Born, Oliver Fritz und Christian Korth bringen nach Unternehmensangaben zusammen mehr als 50 Jahre Kapitalmarkterfahrung mit. Alle drei waren zuvor bei Berenberg im Management europäischer Aktienstrategien tätig.

Besonders bekannt dürfte institutionellen Investoren Matthias Born sein. Er verantwortete bei Berenberg zunächst das Aktienfondsmanagement und später den gesamten Investmentbereich. Zuvor war er bei Allianz Global Investors unter anderem für europäische Wachstumsaktienstrategien, Small Caps und deutsche Aktienfonds zuständig.

Oliver Fritz war seit 2017 maßgeblich am Aufbau und Management europäischer Aktienstrategien bei Berenberg beteiligt. Christian Korth arbeitete vor seiner Zeit bei Berenberg als Portfoliomanager für ein Single Family Office sowie als Aktienanalyst bei HSBC und Stifel.

Mit Fortequa wollen die drei Manager ihren bisherigen Investmentansatz in einer eigenständigen unternehmerischen Struktur fortführen.

KI-gestützte Aktienanalyse, menschliche Anlageentscheidung
Der Investmentprozess basiert auf den drei Faktoren Dynamik, Qualität und Bewertung. Ausgangspunkt ist ein Anlageuniversum von rund 1.200 europäischen Unternehmen, das mithilfe eines proprietären Scoring-Modells analysiert wird.

Dabei setzt Fortequa auf eine eigens entwickelte, KI-gestützte Infrastruktur. Gemeinsam mit dem Technologiepartner SVRN Alpha unter Leitung von Prof. Dr. Tobias Blask entsteht die Analyseplattform „Eyrie“, die Unternehmensdaten und Research systematisch auswerten und Veränderungen frühzeitig identifizieren soll.

Die endgültige Titelauswahl bleibt nach Angaben der Gesellschaft jedoch Aufgabe der Portfoliomanager. Insbesondere die Beurteilung von Geschäftsmodellen, Managementqualität und langfristigen Wachstumsperspektiven soll weiterhin auf fundamentaler Analyse beruhen.

Born betont, dass die Gründer auch selbst substanziell in die Gesellschaft und die von ihr entwickelten Investmentstrategien investieren.

MPC beteiligt sich mit 25,1 Prozent
Als strategischer Investor beteiligt sich die Hamburger Unternehmensgruppe Münchmeyer Petersen & Co. (MPC) mit 25,1% an Fortequa. Das Unternehmen der Unternehmerfamilie Schroeder stellt darüber hinaus Seed-Kapital für die geplanten Fonds bereit.

Nach Angaben von Fortequa konnte zudem ein weiterer institutioneller Investor als Gesellschafter und Seed-Kapitalgeber gewonnen werden. Dessen Name wurde nicht genannt.

Für MPC ergänzt die Beteiligung das bestehende Engagement im Kapitalmarktgeschäft. Die Unternehmensgruppe will damit insbesondere die Finanzierung und Kapitalmarktpräsenz börsennotierter mittelständischer Unternehmen unterstützen.

Zwei europäische Aktienfonds zum Start
Für November plant Fortequa die Auflegung von zwei Publikumsfonds.

Der Fortequa Falcon Fund soll Anfang November starten und europäische Aktien über sämtliche Größenklassen hinweg abdecken. Er ist als breit angelegte europäische Aktienstrategie konzipiert.

Der Fortequa Merlin Fund, dessen Auflegung für Mitte November vorgesehen ist, konzentriert sich dagegen auf europäische Small und Mid Caps.

Gerade in diesem Segment sieht das Management nach einer längeren Phase unterdurchschnittlicher Wertentwicklung wieder attraktivere Anlagechancen. Fortequa verweist dabei unter anderem auf eigene Analysen, wonach ein großer Teil der europäischen Aktien mit besonders starken langfristigen Kurssteigerungen aus dem Small- und Mid-Cap-Segment stammt.

Die Gesellschaft agiert zunächst als Fondsberater unter dem Haftungsdach der BN & Partners Capital AG. Als Kapitalverwaltungsgesellschaft fungiert Ampega Investment GmbH, die mit einem Team um David Krahnenfeld auch den Vertrieb der beiden Fonds unterstützen soll.

Mit der Neugründung entsteht damit eine weitere spezialisierte Aktienboutique, die auf die Kombination aus etabliertem Portfoliomanagement, technologisch unterstützter Analyse und einer langfristig ausgerichteten Gesellschafterstruktur setzt.