Vor dem Hintergrund anhaltender Marktunsicherheit, sich verändernder Kapitalallokationen und der Suche nach resilienten Immobilienstrategien müssen europäische institutionelle Investoren zunehmend über den Tellerrand heimischer Allokationen hinausblicken, um attraktive risikoadjustierte Renditen zu erzielen. Trotz zunehmender geopolitischer Spannungen und globaler Handelsunsicherheit gelten die entwickelten Volkswirtschaften im asiatisch-pazifischen Raum (APAC) innerhalb des Spektrums entwickelter Märkte als vergleichsweise robust. Das makroökonomische Umfeld überzeugt mit einem stärkeren mittelfristigen Wachstum bei zugleich niedrigerer und stabilerer Inflation. Darüber hinaus verschaffen anhaltende Leistungsbilanzüberschüsse diesen Volkswirtschaften einen Puffer für schlechtere Zeiten, über den viele andere entwickelte Märkte bei externen Schocks nicht verfügen. Diese Faktoren schaffen eine Basis für Wachstum und stützen den Ausblick für die Immobilienmärkte der Region über zentrale Immobiliensektoren hinweg.
Für institutionelle Investoren stehen entwickelte APAC-Märkte zunehmend nicht für eine einheitliche regionale Anlagechance, sondern für eine vielfältige Auswahl an Mikromärkten und Sektoren, die durch selektive Kapitalallokation die Portfoliodiversifikation stärken und risikoadjustierte Renditen verbessern können.
Immobilien in den entwickelten APAC-Märkten werden damit zu einer überzeugenden Ergänzung für Portfolios und bieten europäischen Investoren attraktive Diversifikationsvorteile sowie ein differenziertes Renditepotenzial.
Was jetzt für Developed APAC spricht
Im Vergleich zu westlichen Märkten blieb die Inflationsvolatilität in den entwickelten APAC-Märkten vergleichsweise begrenzt. Die Zentralbanken der Region konnten Abweichungen von ihren Inflationszielen im Allgemeinen wirksamer steuern. Für Investoren bedeutet dies eine höhere Visibilität bei Renditen und besser planbare Finanzierungsbedingungen.
Darüber hinaus zählen die entwickelten APAC-Volkswirtschaften zu den weltweit transparentesten und institutionell stabilsten Märkten. In einem unsichereren globalen Umfeld dürfte Governance-Qualität ein zentraler Pfeiler des Investorenvertrauens bleiben. Starke Institutionen und verlässliche politische Rahmenbedingungen tragen dazu bei, Risiken zu mindern, während die Volatilität andernorts anhält. Mehrere entwickelte APAC-Märkte schneiden bei Governance- und Transparenzindikatoren sehr gut ab; zugleich gehören Singapur und Australien weiterhin zu den wenigen Staaten weltweit mit einem AAA-Kreditrating.
Diese Transparenz und Stabilität sind der Grund, warum die entwickelten APAC-Märkte als Zielregion für langfristige Investments zunehmend an Attraktivität gewinnen – und warum eine Umkehr dieses Trends unwahrscheinlich ist.
Diversifikation schafft Chancen
Die entwickelten APAC-Märkte bieten sowohl zwischen Regionen als auch innerhalb der Region Diversifikationsvorteile. So ist die Korrelation zwischen entwickelten APAC-Märkten und Europa oder den USA vergleichsweise gering, was die Region aus Diversifikationssicht attraktiv macht. Auch die Korrelation des realen BIP-Wachstums innerhalb der Region zwischen Australien, Japan, Singapur und Südkorea bleibt deutlich niedriger als zwischen großen europäischen Volkswirtschaften. Dies unterstreicht die Diversifikationsvorteile einer Allokation in mehreren entwickelten APAC-Märkten.
Developed APAC sollte als vielfältiger Markt betrachtet werden, in dem strategische Allokationen über Märkte, Sektoren und Zyklen hinweg risikoadjustierte Renditen optimieren können. Die Marktdynamiken können sich je nach Land, Stadt und Assetklasse erheblich unterscheiden; verschiedene Marktsegmente befinden sich zur gleichen Zeit an unterschiedlichen Punkten im Zyklus. Globale Investoren investieren daher nicht in einen einheitlichen regionalen Zyklus, sondern in ein breites Spektrum an Chancen, das eine disziplinierte Kapitalallokation in Märkte mit stärkeren Angebots-Nachfrage-Fundamentaldaten, resilienteren Ertragsprofilen und attraktiven langfristigen Wachstumsperspektiven belohnt.
Diese Streuung schafft Chancen für Manager, die Märkte granular und lokal analysieren können. Zugleich erhöht sie jedoch das Risiko für Investoren, die sich auf pauschale regionale Annahmen stützen. Erfolg hängt zunehmend von lokaler Marktexpertise, der Auswahl der richtigen Sektoren und der Fähigkeit ab, jene Märkte zu identifizieren, in denen die Angebots-Nachfrage-Dynamik am günstigsten ist.
Wo liegen die Chancen?
In der Region sind mehrere Immobilien-Assetklassen gut positioniert, um von strukturellen Nachfragetreibern und zunehmend vorteilhafteren Marktbedingungen zu profitieren.
Im Logistiksektor dürften beispielsweise kurzfristig erhöhte Leerstände und ein Angebotshöchststand, insbesondere in Südkorea, einer Verknappung weichen, da die Neubautätigkeit aufgrund hoher Bau- und Finanzierungskosten deutlich nachlässt. Bei nachlassendem Angebotszuwachs und einer stabilen Nachfrage dürften sich Mietwachstum und Kapitalwerte mittelfristig verbessern.
Wohnnahe Sektoren profitieren weiterhin von strukturellen Nachfragetreibern, darunter Urbanisierung, dem Trend zu kleineren Haushalten, Arbeitskräftemobilität, Bezahlbarkeitsdruck und ein starkes Wachstum des Tourismus in den großen APAC-Städten. In Japan etwa bleiben Mehrfamilienhäuser bei institutionellen Investoren stark gefragt, obwohl es sich um eine reife Assetklasse handelt. Die Mietnachfrage ist seit der Pandemie stabil geblieben, während eine durch Lohnwachstum und die anhaltende Zuwanderung junger Berufstätiger in große urbane Zentren getragene Nachfragebelebung die Auslastung und das Mietwachstum weiter stützen dürfte.
Auch in Büromärkten einzelner entwickelter APAC-Regionen entstehen neue Chancen. Begrenzter Neubau, eine steigende Flächennutzung und die Nachfrage nach hochwertigen Flächen tragen in ausgewählten Märkten zu sinkenden Leerständen und Mietwachstum bei, insbesondere dort, wo Entwicklungspipelines zurückgefahren wurden.
Ein strukturelles Argument für langfristiges Kapital
Developed APAC hat sich als resilient erwiesen. Wirtschaftliche Stabilität, transparente Governance und berechenbare politische Zyklen heben die Region weiterhin in einer zunehmend unsicheren Welt ab. Die Immobilienfundamentaldaten entwickeln sich im Einklang mit diesem Umfeld. Das Interesse grenzüberschreitender Investoren bleibt robust, die Transaktionsvolumina zeigen sich positiv, und ein rückläufiges Neubauangebot – bedingt durch höhere Baukosten und Verzögerungen bei Projektentwicklungen – sorgt in mehreren Sektoren für gute Aussichten beim Mietwachstum.
Für institutionelle Investoren bieten die entwickelten APAC-Märkte damit etwas, das andernorts zunehmend schwer zu finden ist: echte Diversifikationsvorteile in Verbindung mit attraktivem risikoadjustiertem Renditepotenzial. Da globales Kapital selektiver wird, werden Investoren zunehmend auf tiefgehende lokale Expertise, Sektorverständnis und eine disziplinierte Marktauswahl angewiesen sein, um die Chancen in der Region voll auszuschöpfen.
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*) Kevin Chee, Managing Director, Private Funds, CapitaLand Investment
Gastbeitrag: Entwickelte APAC-Märkte - Immobilienchancen für europäische Investoren
Kevin Chee
