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Round-up: Munich RE zieht sich aus dem russischen Markt zurück / Pensionsvermögen unter Inflationsschocks

Der deutsche Rückversicherer Munich Re zieht sich als Reaktion auf den Einmarsch in die Ukraine aus dem russischen Markt zurück.

Munich Re wird bestehende Verträge in Russland und in Weißrussland, einem Verbündeten Russlands im Krieg gegen die Ukraine, nicht verlängern. Es wird auch neue Unternehmen und Investitionen in der Region stoppen.

Eine Ausnahme von der neuen Politik könnte das Unternehmen dann machen, wenn schutzwürdige Personen oder Unternehmen durch die Beendigung eines Geschäftsvertrages beeinträchtigt würden und dies unter Sanktionen zulässig ist.

Die Münchener Rück verurteile den Angriff der russischen Armee auf die Ukraine, die die verhängten Sanktionen unterstützt, fügte sie hinzu.

Russlands Angriff [auf die Ukraine] stelle einen Akt dar, der gegen das Völkerrecht verstoße. Der Versuch, das Recht des Mächtigsten über das Völkerrecht zu stellen, sei völlig inakzeptabel. „Wir unterstützen die westlichen Sanktionen auch in dem Wissen, dass diese nicht ohne Folgen für unsere Volkswirtschaften bleiben werden“, erklärte Joachim Wenning, Vorsitzender der Geschäftsführung von Munich Re, in einer Erklärung.

Pensionsvermögen unter Inflationsschocks
Die Sanktionen gegen den Energiesektor und Lieferengpässe werden bei einer anhaltenden und steigenden Inflation anhalten, und es ist mit hoher Volatilität auf den Märkten zu rechnen, die sich auf Pensionsvermögen und -verpflichtungen auswirkt, sagte ferner das Beratungsunternehmen Mercer.

„Der Rechnungszins für eine Laufzeit von 15 Jahren schwankte bereits in den ersten zweieinhalb Monaten (dieses Jahres) stark mit Werten im Bereich von 1,3 %bis 2,1%“, sagt Thomas Hagemann, Chefaktuar von Mercer Deutschland.

Vor allem weitere Inflationsschocks seien eine Herausforderung für Anleger, die ihre Portfolios darauf vorbereiten müssten. Mercer empfehle hierzu einen „breiten Mix“ verschiedener Inflationsabsicherungsanlagen.

Noch sei zudem unklar, wie sich der Konflikt in der Ukraine und die geopolitischen Spannungen in diesem Jahr entwickeln werden. Der Russland-Ukraine-Konflikt habe bereits „massive Auswirkungen“ auf die Kapitalmärkte, hieß es.

Das Pensionsvermögen der im DAX 40-Index gelisteten Unternehmen stieg im vergangenen Jahr um rund 18 Mrd. Euro auf ein Rekordhoch von 299 Mrd. Euro, so die von Mercer veröffentlichten Zahlen auf Basis der Jahresabschlüsse der Unternehmen.

Durch den Ausstieg von Vitesco und Daimler Truck aus dem DAX resultierte ein Abfluss von 4 Mrd. Euro, während Währungsumrechnungen das Planvermögen um 6 Mrd. Euro erhöhten, was zu einer Rendite von rund 17 Mrd. Euro oder 6% führte.

„Die Aktienmärkte haben sich 2021 positiv entwickelt, während es im Anleihenbereich Verluste gab“, sagte Jeffrey Dissmann, Leiter der Anlageberatung bei Mercer in Deutschland.

Die Pensionsverpflichtungen der DAX-40-Unternehmen verringerten sich im Berichtszeitraum um 23 Mrd. Euro auf 412 Mrd. Euro, was auf versicherungsmathematische Gewinne in Höhe von 21 Mrd. Euro zurückzuführen sei, die hauptsächlich auf die Erhöhung des Abzinsungssatzes zurückzuführen sind. Dieser Wert liegt immer noch über dem Vorjahreswert von 406,9 Mrd. Euro, als der DAX 30 Unternehmen umfasste.

„Das Zinsniveau war im Jahr 2021 sehr volatil. Im Vergleich zum extrem niedrigen Zinsniveau Ende 2020 hat sich das Zinsniveau deutlich erholt“, so Hagemann.