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Kritik aus Deutschland an Eurozone-Anleihen SBBS

Struktur und Klumpenrisiko stehen unter Beschuss der DVFA.

Weder werde die Struktur der vorgeschlagenen „Sovereign Bond Backed Securities“ funktionieren, noch werde es große Nachfrage geben.

Das ist das vernichtende Urteil des deutschen Verbandes der Investment Professionals in Deutschland (DVFA) zum Vorschlag der EU-Kommission bezüglich neuen Eurozonen-Anleihen, der hier nachgelesen werden kann: <link http: europa.eu rapid press-release_memo-18-3726_de.htm>

europa.eu/rapid/press-release_MEMO-18-3726_de.htm



Mit neuen rechtlichen Rahmenbedingungen will die EU „ungerechtfertigte regulatorische Hindernisse für die Entwicklung von SBBS durch den Privatsektor beseitigen”.

Theoretisch können jetzt schon Produkte aufgelegt werden, in denen Anleihen aus der Eurozone gebündelt sind. Allerdings wären diese in Sachen Eigenkapitalunterlegung und Rating schlechter gestellt als ihre zugrundeliegenden Wertpapiere.

Die EU-Kommission hat nun einen Vorschlag vorgebracht, der eine Art Schablone enthält, nach der alle Produkte gestaltet werden sollen.

„Das zugrunde liegende Portfolio muss Staatsanleihen aller Euroraum-Mitgliedstaaten enthalten, wobei deren relativer Anteil dem Beitrag des betreffenden Mitgliedstaats zum Kapital der Europäischen Zentralbank entsprechen soll“, so die EU-Kommission.

Außerdem muss es zwei Risikokategorien geben – wobei die Junior-Tranche mit höheren Erträgen als erste Tranche Verluste tragen muss.

Allerdings hakt genau hier einer der Kritikpunkte des DVFA ein: Weil viele Staatsanleihen von AAA-gerateten Euroländern derzeit negative Renditen bringen, könne daraus kein Puffer für eine höheren Coupon für die Junior-Tranche erwirtschaftet werden. Das wiederum würde Investoren abschrecken, hier mehr Risiko zu nehmen.

„Und wenn die Junior-Tranche nicht bei Investoren platziert werden kann, geht die SBBS-Konstruktion insgesamt nicht auf“, so warnt Stefan Bielmeier, Vorstandsvorsitzender der DVFA, in einer Aussendung.

Weiter warnte er vor Klumpenrisiken in den SBBS. Diese seien im Prinzip eine „Collateralized Bond Obligation“ (CBO) in der eine vertraglich abgesicherte Hierarchie die Senior-Tranche synthetisch weniger risikoreich macht.

„Eine wesentliche Voraussetzung für eine funktionierende CBO-Struktur ist eine niedrige oder idealerweise sogar negative Korrelation der Wertpapiere im Portfolio. Diese Voraussetzung erfüllt das nach Quoten zusammengestellte SBBS-Portfolio nicht“, erläuterte Bielmeier.

Er wies darauf hin, dass unter den Euroländern, die alle Teil eines SBBS sein müssen, sechs unter „erodierender oder erodierter Kreditfähigkeit" leiden.

In ihrem Statement rief die DVFA Banken und andere institutionelle Investoren dazu auf, genau zu prüfen, ob lokale Staatsanleihen gegenüber SBBS nicht das bessere Investment darstellen.

Die Schaffung von gemeinsamen Eurozonen-Anleihen ist einer der am meisten diskutierten Lösungsansätze für das Problem der Banken um ihre Abhängigkeit von lokalen Anleihen.

Anders als das Konzept der „Eurobonds“, das seit der Finanzkrise oft diskutiert wurde, würden SBBS „keinerlei Vergemeinschaftung von Risiken und Verlusten unter den Mitgliedstaaten beinhalten”.

Einen positiven Aspekt fand DVFA-Chef Bielmeier bei den SBBS doch: „Für die EZB würde sich mit der Etablierung dieser Anleihen eine neue Assetklasse ergeben, die ihr das Korsett des Kapitalschlüssels beim Kauf von Staatsanleihen etwas erleichtern würde.“

Der Vorschlag der EU-Kommission muss nun im EU-Parlament und im Rat besprochen werden und braucht zudem die Zustimmung aller Euroländer.