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Vermögensberatung: Der Regulierer sitzt am Tisch

Die scharfen Regulierungsvorschriften für die Branche, die dem Ziel des Verbraucherschutzes dienen sollen, haben in Teilen des Marktes geradezu kuriose Folgen: Beratung muss in Form und Inhalt zunächst der Finanzaufsicht genügen. Ob sie zum Kunden passt, hat einen nachgeordneten Stellenwert.

Das sind die zentralen Ergebnisse der diesjährigen Marktstudie „Vermögensmanagement im Test – Die Europaliga der Vermögensmanager“ die vom Verlag FUCHSBRIEFE und Dr. Richter | IQF – in Zusammenarbeit mit dem Risikoanalysespezialisten Quanvest GmbH, Anfangs vergangener Woche in Berlin vorgestellt wurde.

„In vielen Banken hat der Sachbearbeiter den Anlageberater abgelöst. Kunden kommen sich vor wie auf dem Einwohnermeldeamt“, kommentiert Fuchsbriefe-Chefredakteur Ralf Vielhaber die Entwicklung. IQF-Geschäftsführer Dr. Richter: „Die Beratung Vermögender lässt sich nicht mit dem Anlagegeschäft in der Zweigstelle vergleichen. Viele staatliche Regulierungsanforderungen sind für das Private Banking kontraproduktiv. Sie gehen zu Lasten der Beratungsqualität. Hier gibt es Korrekturbedarf.“

„Obwohl das aktive Portfolio-Management kaum reguliert ist, sahen wir wenig Innovation in der Produktauswahl. Die Häuser verweisen häufig auf Niedrigstverzinsung und „Financial Repression“, so als würde dies genügen, die schlechte Portfoliorendite vorab zu rechtfertigen. Die meisten Berater unternehmen keinen Versuch ihre Portfolios auf neue Situationen an den Kapitalmärkten zu optimieren“, bemerkt Christian Libor, Gründer und Geschäftsführer von Quanvest.


Genossenschafts- und Landesbanken auf der Überholspur
Auch in Österreich und der Schweiz, weniger in Luxemburg und Liechtenstein gibt es ähnliche Tendenzen, allerdings nicht so ausgeprägt wie am deutschen Markt. Vor allem mittelgroße Banken und ganzheitlich orientierte Vermögensverwalter liefern noch hochwertige und individuelle Beratung. Auffällig ist der deutliche Qualitätszuwachs bei den Private-Banking Zentralinstituten des Genossenschafts- und Sparkassensektors und das hohe Beratungsniveau einiger Landesbanken. Dies darf aber nicht automatisch auf den Genossenschafts- und Sparkassensektor insgesamt übertragen werden.

Nur eine deutsche Privatbank unter den TOP 20
Als Folge fallen deutsche Anbieter im Qualitätsranking der Private-Banking-Prüfinstanz zurück. Unter den Top 20, der „Europaliga“, sind insgesamt sechs deutsche Anbieter, davon nur eine Privatbank. Die Nummer eins im aktuellen Markttest ist die schwedische SEB Private Banking in Luxemburg, gefolgt von der österreichischen Capital Bank. Der Frankfurter Vermögensverwalter Gebser & Partner sowie die Baden-Württembergische Bank, eine Tochter der Landesbank Ba den-Württemberg erreichen Platz drei. Auf dem fünften Platz rangiert die DZ Privatbank (Schweiz).

Langzeitwertung: Elf mit TOP-Rating
In der Langzeitwertung Ewige Bestenliste liegt im zweiten Jahr in Folge die DZ Privatbank Luxemburg vorn, gefolgt vom bankunabhängigen Vermögensverwalter Feri Trust in Bad Homburg sowie dem Vermögensverwalter Berlin & Co. AG in Hamburg, der Raiffeisen Privatbank Liechtenstein AG und dem österreichischen Mutterhaus WALSER PRIVATBANK AG. Auf den weiteren Rängen folgen die Bremer Landesbank, die LGT Bank in Liechtenstein AG, Bank Julius Bär & Co. AG, Credit Suisse (Deutschland) AG, der Vermögensverwalter avesco Financial Services AG in Berlin und die Bank J. Safra Sarasin (Deutschland) AG. Diese elf bilden zusammen eine Qualitätsgruppe und erhalten das Top-Rating der PBPI für Beratungsqualität.

Weitere Ergebnisse und Materialien finden sich zum Download auf der Homepage der Private Banking Prüfinstanz (
<link http: www.pbpi.de>www.pbpi.de).

Die 108 Seiten (Din A 4) starke, kostenpflichtige Studie trägt den Titel „TOPs 2014 – Die Europaliga der Vermögensmanager“. Der Studie liegen 100 Markttests im deutschsprachigen Raum zugrunde. Die Private-Banking-Prüfinstanz führt seit 2003 den umfassenden jährlichen Markttest durch.