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Schweizer Pensionskassen haben die falsche Taktik

Laut einer Umfrage des Schweizer Beratungsunternehmens Lusenti ist die Mehrheit der Schweizer Pensionskassen mit den taktischen Maßnahmen, die sie im ersten Quartal gesetzt haben unzufrieden – ähnliches gilt auch für das Währungsmanagement.

Auf einer Skala von +5 bis -5 bewerteten die 155 teilnehmenden Institutionen mit einem Gesamtaggregat von 239 Mrd. Schweizer Franken (147 Mrd. Euro) an verwaltetem Vermögen den Nutzen der gesetzten taktischen Maßnamen mit -2, also „nicht sehr günstig”. „Diese Ergebnisse bedeuten nicht, dass taktische Verwaltung keinen Sinn macht,” erläutert Lusenti. „Sie legen jedoch nahe, dass die Art und Weise, wie sie heute umgesetzt wird, in den meisten Fällen keine überzeugenden Ergebnisse liefert.”

Die größten Pensionskassen in der Umfrage bewerteten ihre Maßnahmen am negativsten mit einem Durchschnittswert von -2,5. Das Beratungsunternehmen fand weiterhin heraus, dass die öffentlichen-rechtlichen Pensionskassen den Nutzen von gesetzten taktischen Maßnahmen kritischer sehen, als private Institutionen.

Am häufigsten wurden für die Anlagen taktische Bandbreiten und Rebalancing derselben angewandt. Kaum zum Einsatz kamen Derivative. Lusenti berichtet auch, dass die Pensionskassen taktische Maßnahmen vorwiegend innerhalb der Institution beschließen. Nur selten werden diese Entscheidungen an externe Partner delegiert. Im Durchschnitt wurden über die letzten fünf Jahre drei bis fünf taktische Maßnahmen pro Jahr gesetzt, was – so Lusenti – „nicht viel” ist.

Trotz der enttäuschenden Erfahrungen mit taktischen Interventionen werden diese aber weiterhin von Pensionskassen eingesetzt. „Etwas zu unternehmen – im Gegensatz zu gar nichts tun – gibt vielleicht das Gefühl, die Dinge im Griff zu haben, die Situation zu meistern,” schlussfolgert Lusenti.

Ähnlich negativ wie taktische Interventionen bewerten die Umfrageteilnehmer Maßnahmen zur Währungsabsicherung. Am schlechtesten schnitt dabei die aktive Währungsabsicherung (currency overlay) ab, mit einem Mittelwert von -2, gefolgt von vollständiger Währungsabsicherung (currency hedging) mit -1,7. Auch die Delegation an den Vermögensverwalter erhielt eine negative Benotung (-0,56).

Insgesamt gaben 40% der Kassen, die diese Frage beantwortet haben, an, keine spezielle Maßnahmen zur Absicherung ihrer in USD gehaltenen Positionen zu setzen, für Euro-Positionen lag dieser Wert sogar bei 48% und für alle anderen Währungen bei 59%. Rund 15% der Pensionskassen gaben jeweils an sich in der einen oder anderen Währungsposition entweder ab und zu abzusichern, diese Aufgabe and den Vermögensverwalter zu delegieren oder aktive Währungsabsicherung anzuwenden.

Laut Lusenti hat die vollständige Währungsabsicherung “nicht viele Anhänger”. Nur zehn Pensionskassen machten von dieser Maßnahme für ihre US-Positionen gebrauch, bei den Euro-Positionen waren es sogar nur 4.