AllianzGI erwirbt im Auftrag von Allianz-Versicherungsgesellschaften sowie des Allianz European Infrastructure Fund II einen mittelbaren Anteil an Amprion aus dem Portfolio der Talanx. Diese hält ihre Beteiligung über die M31 Beteiligungsgesellschaft, die derzeit 74,9% an dem Netzbetreiber kontrolliert. Über die genaue Höhe des Anteils wurde Stillschweigen vereinbart.
Die Partnerschaft ist klar auf langfristiges Wachstum ausgerichtet: In den kommenden Jahren wollen Allianz und Talanx erhebliche Mittel in den Ausbau der Netzinfrastruktur investieren. Der Bedarf ist enorm. Amprion betreibt ein Höchstspannungsnetz von mehr als 11.000 Kilometern Länge und versorgt rund 29 Millionen Menschen. Gleichzeitig stehen umfangreiche Erweiterungen an – rund 9.300 Kilometer an Leitungen sollen neu gebaut oder modernisiert werden.
Vor diesem Hintergrund gewinnt die Transaktion strategische Bedeutung. Stromnetze zählen zum Rückgrat eines zunehmend elektrifizierten und dekarbonisierten Energiesystems. Entsprechend ordnet Mario Skoric, Chief Executive Officer bei Allianz Investment Management, das Engagement ein: Infrastrukturinvestitionen seien „ein wesentlicher Baustein unserer Anlagestrategie“, gerade weil Stromnetze im Zuge der Energiewende „weiter an Bedeutung gewinnen“. Mit dem Einstieg bei Amprion setze die Allianz bewusst auf Eigenkapitalinvestitionen, die sowohl die Resilienz der Energieversorgung stärken als auch Anlegern Zugang zu langfristigen Wachstumstrends eröffnen.
Auch bei AllianzGI selbst wird die Beteiligung in einen größeren Kontext gestellt. Édouard Jozan, Head of Private Markets, betont die systemische Relevanz moderner Netze: Ein leistungsfähiges Stromnetz sei „entscheidend für Energiesicherheit und Wettbewerbsfähigkeit“. Die Kooperation mit Talanx sei daher ein logischer Schritt für einen erfahrenen Infrastrukturinvestor. Zugleich füge sich Amprion nahtlos in das bestehende Deutschland-Portfolio ein, das bereits Projekte wie einen deutsch-britischen Strom-Interkonnektor, Batteriespeicher sowie Wind- und Solarparks umfasst.
Auf Seiten der Talanx steht die Transaktion ebenfalls im Zeichen der Transformation des Energiesystems. Finanzvorstand Dr. Jan Wicke verweist auf den steigenden Bedarf an Netzkapazitäten: Mehr erneuerbare Energien bedeuteten zwangsläufig auch höhere Anforderungen an die Infrastruktur. Ein „modernes und leistungsfähiges Netz“ sei Voraussetzung, um die Klimaneutralität Deutschlands bis 2045 zu erreichen. Die Partnerschaft mit der Allianz-Gruppe soll dazu beitragen, die Energiesicherheit nachhaltig zu stärken.
Dass Talanx trotz Teilverkaufs engagiert bleibt, unterstreicht die langfristige Perspektive. Dr. Thomas Mann, Chief Investment Officer bei Ampega Asset Management, spricht von einer Bündelung von Expertise zweier etablierter Infrastrukturinvestoren. Amprion habe sich seit dem Einstieg 2011 als „stabiles und erfolgreiches Investment“ erwiesen. Diesen Kurs wolle man fortsetzen – mit zusätzlichen Investitionen und einem starken Netzwerk, um die Finanzierung des Netzbetreibers langfristig abzusichern.
Der Abschluss der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt üblicher Bedingungen und wird für das zweite Quartal 2026 erwartet.
AllianzGI steigt bei Amprion ein – Partnerschaft mit Talanx zur Stärkung der Stromnetze
© Amprion GmbH/Daniel Schumann
