Im heutigen US-Aktienmarkt ist der S&P 500 maßgeblich an die Entwicklung weniger Technologiekonzerne gekoppelt. Dabei ist die Konzentration auf diese „Magnificent 7“ ein Klumpenrisiko, das es in dieser Form seit Jahrzehnten nicht mehr gab. Befeuert durch passive Investitionen mit Indextreue fließt immer mehr Kapital in Mega-Caps wie Apple, Microsoft oder Nvidia. Bewertungsunterschiede nehmen zu, während diese Ansätze zunehmend an ihre Grenzen stoßen.
Anstatt blind der Indexlogik zu folgen, gewinnt nun ein Ansatz an Bedeutung, der Alpha über selektive Einzeltitelauswahl statt über Marktgewichtung anstrebt. Grundlage ist die systematische Auswertung der Investmententscheidungen führender US-Stock-Picker.
13F-Daten als Grundlage aktiver Selektion
Zentrale Datenbasis sind 13F-Filings der US-Börsenaufsicht SEC, über die institutionelle Investoren ihre Aktienbestände quartalsweise offenlegen. Sie bieten einen seltenen Einblick in reale Kapitalallokationen von Fondsmanagern, Hedgefonds und Family Offices. Die Herausforderung liegt jedoch in der Datenmenge - erst durch quantitative Filter lassen sich rund 60 Investoren mit konsistenter historischer Überrendite identifizieren. Im Fokus steht die Trennung von Können und Zufall sowie die Aggregation wiederkehrender Muster statt Einzelbeobachtungen.
Die Analyse zeigt: Große Indexwerte spielen in diesen Portfolios oft nur eine Nebenrolle. Es dominieren Überzeugungspositionen in weniger beachteten Unternehmen, die sich im Wandel befinden oder neu bewertet werden. Dieses Verhalten ist häufig antizyklisch. Erfolgreiche Investoren erhöhen Positionen in Schwächephasen und reduzieren in Phasen der Euphorie. Studien zeigen, dass dieser Ansatz eine zentrale Quelle langfristiger Outperformance sein kann.
Besonders relevant ist die Konvergenz: Wenn mehrere erfolgreiche Investoren dieselben Titel aufbauen, entstehen potenzielle Signale für künftige Überrenditen. Auch strukturelle Trends wie der steigende Energiebedarf durch KI-Anwendungen werden so früh sichtbar, etwa bei Constellation Energy.
Unabhängigkeit als Renditetreiber
Im Vates Aktien USA-Fonds zeigt sich dieses Muster in mehreren Positionen: SharkNinja profitiert von schnellen Produktzyklen und Social-Commerce-Dynamik, Hewlett Packard Enterprise von der Transformation zur KI- und Cloud-Infrastruktur, Unity Software vom Umbau zur Echtzeit-3D- und KI-Plattform, Twilio von der Fokussierung auf Profitabilität und AppLovin von KI-gestützter Werbetechnologie bei hoher Zyklik. Insgesamt zeigt der Vates Aktien USA-Fonds mit +9% Outperformance seit seiner Auflage vor rund 3,5 Jahren, dass ein auf Stock-Picker-Intelligenz basierender Ansatz Mehrwert schaffen kann.
Ein konzentrierter Markt macht Diversifikation zur Frage der Unabhängigkeit von Investmentthesen, nicht der Anzahl der Positionen. Unterschiedliche Stock-Picker erhöhen diese Unabhängigkeit durch verschiedene Perspektiven und Zeithorizonte. Aktive Strategien sind zwar kurzfristig volatiler, doch diese Schwankungen sind Teil der aktiven Positionierung. Entscheidend ist der Investmentprozess bleibt diszipliniert: In diesem Fall ergeben sich attraktive Chancen zur Alpha-Generierung. Dieses entsteht hier nicht durch den Markt selbst, sondern durch bewusste Abweichung, Datenanalyse und die Qualität der Investmententscheidungen.
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*) Robert Steinke, Managing Partner bei Vates Invest
Kommentar: Wahres Alpha liegt neben dem Index
Robert Steinke
