Der österreichische Nachhaltigkeitsindex VÖNIX hat das Indexjahr 2025/2026 mit einem neuen Rekordstand abgeschlossen und seine langfristige Outperformance gegenüber dem österreichischen Aktienmarkt weiter ausgebaut. Mit einer Jahresperformance von 49,7% erzielte der Nachhaltigkeitsindex die zweitbeste Wertentwicklung seit seiner Auflegung im Jahr 2005 und lag damit erneut vor seinem konventionellen Vergleichsindex ATX Prime, der im gleichen Zeitraum um 47,8% zulegte. Gleichzeitig wies der VÖNIX erneut eine geringere Volatilität auf.
Die Entwicklung liefert ein weiteres Argument in der anhaltenden Diskussion über den Zusammenhang von Nachhaltigkeit und Kapitalmarkterfolg. Während ESG-Investments zuletzt durch politische Debatten und regulatorische Unsicherheiten unter Druck geraten sind, zeigt der österreichische Nachhaltigkeitsindex, dass Unternehmen mit überdurchschnittlichen ökologischen und sozialen Standards langfristig durchaus wettbewerbsfähige Renditen erzielen können.
Nachhaltigkeit mit langfristiger Erfolgsbilanz
Seit seiner Einführung im Juni 2005 entwickelte sich der VÖNIX um 137,4% und übertraf damit den ATX Prime um mehr als 26 Prozentpunkte. Gleichzeitig fiel die Schwankungsbreite des Index über den gesamten Zeitraum geringer aus als beim österreichischen Leitmarkt. Auch die risikoadjustierte Rendite, gemessen an der Sharpe Ratio, liegt über der des Vergleichsindex.
Der VÖNIX gilt als Nachhaltigkeitsbenchmark des österreichischen Aktienmarktes. Berücksichtigt werden ausschließlich Unternehmen, die im Rahmen eines umfangreichen Nachhaltigkeitsratings hinsichtlich ökologischer und gesellschaftlicher Kriterien überzeugen. Die jährliche Indexüberprüfung basiert auf Positiv- und Ausschlusskriterien und wird von rfu research durchgeführt, während die Wiener Börse für Indexberechnung und Management verantwortlich ist. Unterstützt wird der Index unter anderem von der VBV-Vorsorgekasse, der Raiffeisen Nachhaltigkeits-Initiative und Schoellerbank Invest.
Nachhaltige Unternehmen bleiben gefragt
Die positive Entwicklung des VÖNIX fällt in eine Phase, in der nachhaltige Kapitalanlagen zwar weiterhin unter intensiver Beobachtung stehen, institutionelle Investoren ESG-Kriterien jedoch überwiegend als festen Bestandteil ihres Investmentprozesses betrachten. Gerade Pensionskassen, Versicherungen und Stiftungen nutzen Nachhaltigkeitsindizes zunehmend als Referenz für ihre österreichischen Aktienallokationen oder als Grundlage für aktive Mandate.
Die aktuelle Performance zeigt zugleich, dass nachhaltige Unternehmensführung und wirtschaftlicher Erfolg nicht im Widerspruch stehen müssen. Vielmehr gelten Themen wie Energieeffizienz, Ressourcenmanagement, gute Unternehmensführung und soziale Verantwortung zunehmend als Faktoren, die langfristig zur Resilienz von Unternehmen beitragen können.
Neue Zusammensetzung ab Juni
Mit Wirkung zum 22. Juni 2026 wurde zudem die jährliche Neuzusammensetzung des Index umgesetzt. Insgesamt wurden knapp 50 österreichische Unternehmen analysiert, von denen 24 die Nachhaltigkeitskriterien erfüllten und in den VÖNIX aufgenommen wurden. Neu vertreten sind die Mayr-Melnhof Karton AG sowie die BTV Vier Länder Bank AG. Streichungen gab es in diesem Jahr keine.
Mayr-Melnhof Karton zählt zu den größten europäischen Herstellern von Karton und Faltschachteln und setzt nach Angaben des Indexmanagements überwiegend auf Sekundärrohstoffe sowie zertifizierte Frischfasern. Die BTV Vier Länder Bank wurde unter anderem aufgrund des wachsenden Anteils nachhaltiger Anlage- und Kreditprodukte sowie verschiedener ökologischer und sozialer Maßnahmen in den Index aufgenommen.
ESG bleibt fester Bestandteil institutioneller Portfolios
Auch wenn die Kapitalmärkte Nachhaltigkeit derzeit differenzierter bewerten als noch vor wenigen Jahren, unterstreicht die Entwicklung des VÖNIX die langfristige Bedeutung nachhaltiger Unternehmensqualität. Für institutionelle Investoren bleibt der Index damit nicht nur ein Performancebarometer für den österreichischen Aktienmarkt, sondern auch ein Gradmesser dafür, wie sich ESG-orientierte Unternehmen im Wettbewerbsvergleich entwickeln.
Die diesjährige Indexentwicklung dürfte die Diskussion darüber weiter befeuern, ob Nachhaltigkeit langfristig eher als Renditehemmnis oder als zusätzlicher Qualitätsfaktor zu betrachten ist. Zumindest für den österreichischen Aktienmarkt liefert der VÖNIX seit inzwischen mehr als zwei Jahrzehnten überzeugende Argumente für Letzteres.
VÖNIX erreicht Rekordstand – Nachhaltigkeitsindex schlägt den österreichischen Aktienmarkt erneut
