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Nachhaltigkeitsrating für Rohstoff-Fonds

IQAM Invest berichtet, wie die Themen Nachhaltigkeit und Rohstoffe zusammenfinden können. Der Strategic Commodity Fund des Anbieters hat jüngst eine positive Bewertung für das Nachhaltigkeitskonzept erhalten.

Dr. Thomas Steinberger

Die Forschung zum Thema Nachhaltigkeit und insbesondere zum Klimawandel hat aktuell eine große Dynamik, sodass eine Schärfung und Verdichtung des wissenschaftlichen Kenntnis- und Datenstandes zu verzeichnen war.

„Für den Strategic Commodity Fund – der Nahrungsmittel-freie Rohstoff-Fonds von IQAM Invest – wurde daher gemeinsam mit den Nachhaltigkeits-Spezialisten der Research-Agentur rfu das 2018 erstmals eingeführte Nachhaltigkeitsrating neu konzipiert“, so Dr. Thomas Steinberger, CIO und Geschäftsführer von IQAM Invest.

Im Rahmen der Nachhaltigkeitsanalyse wurde eine Trend- & Potential-Bewertung durchgeführt, die eine strategische mittel- bis langfristige Perspektive besitzt bzw. das Leistungsvermögen darstellt, das der jeweilige Rohstoff zur Lösung der großen ökologischen und sozialen Herausforderungen in sich birgt.

Industriemetalle spielen eine große Rolle
„Industriemetalle spielen in Zusammenhang mit dem forcierten globalen Umstieg auf erneuerbare Energie sowie dem Thema Elektromobilität eine große Rolle. Die besten Trend- & Potential-Bewertungen der Kategorie Metalle im Nachhaltigkeitsrating erhalten Zink, gefolgt von Silber, Kupfer und Aluminium“, so Mag. Thomas Kaiser, CFA, Fondsmanager des Rohstoff-Fonds Strategic Commodity Fund von IQAM Invest und untermauert das mit folgendem Beispiel für Kupfer: In einem E-Auto (BEV) sind 83 kg Kupfer verbaut, in einem Auto mit Verbrennungsmotor (ICE) nur 23 kg.

Einschätzung für fossile Energiequellen klar negativ
„Die Aussichten für fossile Energiequellen verhalten sich in einem nachhaltigen Zukunftsszenario genau entgegengesetzt zur wachsenden Bedeutung von erneuerbarer Energie und Elektroantrieben und den damit in Zusammenhang stehenden obigen Metallen“, so Kaiser weiter.

Erdöl werde langfristig aber auch in einem nachhaltigen Zukunftsszenario nicht völlig bedeutungslos sein. Stoffliche Anwendungen seien dabei – im Gegensatz zur Verbrennung – weit weniger kritisch oder sogar positiv zu sehen. Rund 84% von Rohöl werden verbrannt, aber immerhin 16% gehen z. B. in Schmiermittel, Dünger, Asphalt oder Kunststoffe ein – und insbesondere Hochleistungs-Kunststoffe hätten in vielen Anwendungsbereichen unschlagbare Materialeigenschaften.

Die negative Einschätzung von Erdgas wird dagegen folgendermaßen begründet: (1) Die grundsätzliche Problematik der Fracking-Technologie gilt auch für Erdgas. (2) Erdgas hat im politischen und technisch-naturwissenschaftlichen Diskurs seine Position als Brückentechnologie zunehmend eingebüßt: Gaskraftwerke dürfen nicht mehr als 100 Gramm CO2-Äquivalent pro Kilowattstunde ausstoßen, um als nachhaltig zu gelten.

Nachhaltigkeitsrating bei Edelmetallen verschlechtert sich geringfügig
„Das Nachhaltigkeitsrating für Gold, Silber und Platin hat sich geringfügig verschlechtert, Palladium ist nahezu unverändert geblieben“, so Kaiser. Zum Beispiel hat das Edelmetall Silber ein sehr buntes Einsatzspektrum, von Schmuck und Münzen bis zur Elektrotechnik: Bereits rund 13% – mit steigender Tendenz – werden für Solarzellen verwendet. Damit hat Silber einen festen Platz in einem nachhaltigen Energieszenario.

Innovativer Ansatz berücksichtigt Nachhaltigkeit
Der Strategic Commodity Fund ist als erster Rohstoff-Fonds nachhaltigkeitsorientiert und verfolgt bereits seit April 2018 einen Non-Food-Ansatz über den IQAM Non-Food Commodity Index. Im zugrundeliegenden Index und damit auch im Fonds wird bei der Gewichtung der Rohstoffe neben der Bewertung (Value) und der Stimmung (Sentiment) auch die Nachhaltigkeit explizit berücksichtigt.

Doch wie funktioniert die Auswahl? Der IQAM Non-Food Commodity Index wird durch die Parameter Bewertung (Value) und Stimmung (Sentiment) rein quantitativ gesteuert und wählt dabei aus 15 Rohstoffen die zehn attraktivsten Anlagemöglichkeiten aus. Das Rohstoff-Universum kommt aus den drei Sektoren Industriemetall (Aluminium, Kupfer, Blei, Nickel, Zink), Energie (Heizöl, Erdgas, Benzin bleifrei, Gasöl, Rohöl Brent, Rohöl WTI) und Edelmetall (Gold, Silber, Platin, Palladium). Die Gewichtung der zehn ausgewählten Rohstoffe basiert ausschließlich auf ihren Nachhaltigkeits-Scores. Das Ergebnis der von rfu durchgeführten Analyse sind Nachhaltigkeitsratings zu den 15 untersuchten Rohstoffen auf einer neunstufigen Skala von A+ bis C-. Zum Beispiel: Der Gesamtscore von Silber ist mit -1,6 leicht negativ, was einem Rating mit B- entspricht. Explizit berücksichtigt werden auch Zukunftstrends in Form neuer Anwendungsbereiche und Produktionstechnologien. Silber ist dafür ein positives Beispiel, denn das nachhaltige Anwendungsfeld Photovoltaik ist stark wachsend. Entsprechend zeigt der Trendindikator (Trends & Potentials) nach oben. Insgesamt liegt Silber innerhalb der Edelmetalle nach Palladium auf Platz 2.



Wie IQAM Invest berichtet, wurde der Strategic Commodity Fund auf Wunsch des Asset Managerws von der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT) wiederholt einer Nachhaltigkeitsprüfung unterzogen. Die ÖGUT zertifiziert insbesondere Vorsorge- und Pensionskassen in Österreich und zielt unter anderem darauf ab, mehr Bewusstsein für nachhaltiges Investieren zu schaffen und Produkte mit höherer Qualität am Finanzmarkt zu fördern. „Das Fondsgutachten der ÖGUT für den Strategic Commodity Fund hat dessen Nachhaltigkeitsorientierung erneut in der Gesamtbewertung mit dem Prädikat ‚gut tauglich‘ gewürdigt“, so Steinberger.