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HRK LUNIS und Eyb & Wallwitz schmieden Allianz – Neue Vermögensverwaltungsgruppe verwaltet rund 11 Mrd. Euro

Konsolidierung im unabhängigen Wealth-Management-Markt gewinnt an Dynamik

Georg von Wallwitz

Andreas Brandt

Der Markt für unabhängige Vermögensverwalter in Deutschland befindet sich weiter in Bewegung. Mit der angekündigten Partnerschaft von HRK LUNIS und Eyb & Wallwitz entsteht eine der größten bankenunabhängigen Vermögensverwaltungsgruppen im deutschsprachigen Raum. Gemeinsam werden die beiden Häuser künftig rund 11 Mrd. Euro für vermögende Privatkunden, Family Offices, Stiftungen und institutionelle Investoren verwalten.

Die Transaktion erfolgt über die gemeinsame Holding HRKL GmbH & Co. KG, die künftig die Mehrheit an der Münchner Eyb & Wallwitz Vermögensmanagement GmbH halten wird. Neben der Beteiligungsgesellschaft Seven2 und den bisherigen Gesellschaftern von HRK LUNIS werden künftig auch Eyb-&-Wallwitz-Gründer Georg von Wallwitz sowie Olivier Kuetgens an der Holding beteiligt sein. Der Abschluss der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der regulatorischen Genehmigungen.

Zwei komplementäre Geschäftsmodelle
Die Partner betonen, dass beide Häuser ihre Marken, Anlagestrategien und Marktauftritte beibehalten werden. Vielmehr soll die neue Struktur den Zugang zu zusätzlichen Wachstumschancen ermöglichen und gleichzeitig die Eigenständigkeit der Unternehmen bewahren.

Strategisch erscheint die Kombination naheliegend. Während HRK LUNIS in den vergangenen Jahren durch mehrere Zusammenschlüsse und Akquisitionen zu einem der größten unabhängigen Vermögensverwalter Deutschlands gewachsen ist, verfügt Eyb & Wallwitz über eine starke Positionierung im Asset Management und Fondsvertrieb.

HRK LUNIS verwaltet aktuell rund 8,5 Mrd. Euro und betreut neben vermögenden Privatkunden auch Unternehmerfamilien, Stiftungen und Pensionskassen. Ein wesentliches Differenzierungsmerkmal ist die langjährige Expertise im Bereich Private Markets sowie das Multi Family Office WERTIQ, das zusätzliche Family-Office-Dienstleistungen anbietet.

Eyb & Wallwitz wiederum zählt mit rund 2,5 Mrd. Euro verwaltetem Vermögen zu den bekanntesten unabhängigen Investmentboutiquen Deutschlands. Besonders die Phaidros-Fonds haben sich in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht. Die Gesellschaft betreut darüber hinaus Family Offices, Banken, Sparkassen, Stiftungen und institutionelle Anleger über individuelle Mandate und Spezialfonds.

Antwort auf steigende Anforderungen
Die Transaktion reiht sich in einen breiteren Konsolidierungstrend im deutschen Wealth-Management-Markt ein. Steigende regulatorische Anforderungen, hohe Investitionen in Digitalisierung sowie wachsende Kundenanforderungen führen dazu, dass Größe und Skaleneffekte zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Während Großbanken und internationale Wealth-Management-Anbieter ihre Präsenz ausbauen, suchen viele unabhängige Vermögensverwalter nach Wegen, ihre Marktposition zu stärken, ohne ihre unternehmerische Eigenständigkeit aufzugeben. Holdingstrukturen wie die nun gewählte Konstruktion gelten dabei als attraktives Modell, um Wachstum und Unabhängigkeit miteinander zu verbinden.

Hinzu kommt, dass vermögende Privatkunden und institutionelle Investoren heute zunehmend integrierte Lösungen nachfragen. Neben klassischer Vermögensverwaltung gewinnen Family-Office-Dienstleistungen, Nachfolgeplanung, Private Markets, alternative Investments und individuelle Mandatslösungen an Bedeutung.

Wachstum bei Institutionellen im Fokus
Auch für institutionelle Anleger dürfte die Partnerschaft interessant sein. Beide Häuser betreuen bereits Stiftungen, Verbände und Pensionskassen und verfügen über komplementäre Kompetenzen. Während HRK LUNIS insbesondere im Bereich Private Markets und Family Office stark aufgestellt ist, bringt Eyb & Wallwitz eine etablierte Asset-Management-Plattform mit ausgewiesener Kapitalmarkt- und Fondsmanagementkompetenz ein.

„Mit diesem Schritt schaffen wir einen langfristigen verlässlichen Rahmen für die nächste Wachstumsphase von Eyb & Wallwitz“, erklärt Georg von Wallwitz. Die Investmentphilosophie und Unternehmenskultur blieben unverändert, gleichzeitig eröffne die Partnerschaft neue Möglichkeiten bei Produktentwicklung und Marktbearbeitung.

Auch Andreas Brandt verweist auf die strategische Logik der Transaktion: „HRK LUNIS und Eyb & Wallwitz verbindet ein ausgeprägter Qualitätsanspruch an Management, Beratung und Betreuung vermögender Privatkunden sowie institutioneller Investoren.“ Das gemeinsame Wertegerüst und die hohe kulturelle Passung seien zentrale Erfolgsfaktoren für die weitere Entwicklung.

Zeichen für die nächste Konsolidierungswelle
Mit einem verwalteten Vermögen von rund 11 Mrd. Euro entsteht durch den Zusammenschluss in jedem Fall ein bedeutender Akteur im deutschsprachigen Markt für unabhängige Vermögensverwaltung. Die Transaktion zeigt zugleich, dass die Konsolidierung im Wealth Management und Asset Management weiter an Fahrt gewinnt.

Für institutionelle Investoren dürfte insbesondere interessant sein, wie die neue Gruppe ihre Kompetenzen in den Bereichen Private Markets, Family Office, Spezialfonds und individuelle Mandatslösungen künftig bündelt. Der Zusammenschluss könnte damit beispielhaft für eine neue Generation unabhängiger Vermögensverwalter stehen, die Größe, Spezialisierung und unternehmerische Unabhängigkeit miteinander verbinden wollen.