Die Nominierung des neuen Fed-Vorsitzenden vom US-Präsidenten trug dazu bei, die Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der Fed zu zerstreuen, stärkte damit den US-Dollar und löste einen breiten Abverkauf von Edelmetallen aus. Silber führte die Verluste an und fiel unter 100 US-Dollar/Unze. Der erstarkte US-Dollar war jedoch nicht der einzige Grund. Die CME änderte die Margin-Anforderungen für bestimmte Edelmetalle, was zur Liquidation einiger Positionen führte. Darüber hinaus verzeichneten Silber-ETFs seit Jahresbeginn anhaltende Abflüsse, wobei sich die Rücknahmen gegen Ende Januar beschleunigten, als die Anleger auf die gestiegenen Silberpreise reagierten und Gewinne mitnahmen. Anzeichen einer Überbewertung waren auch im Gold-Silber-Verhältnis zu erkennen, das beim jüngsten Höchststand unter 50 fiel und damit deutlich unter dem langfristigen Durchschnittsbereich von 60-80 zu liegen kam.
Mit Blick auf die Zukunft steht Silber weiterhin vor Liquiditätsproblemen, die zu anhaltend starken Preisschwankungen führen könnten, und die Marktbilanzen deuten für dieses Jahr weiterhin auf ein Defizit hin. Darüber hinaus haben spekulative Positionen im Markt abgenommen und verharren auf niedrigem Niveau, was darauf hindeutet, dass sie möglicherweise nicht hinter der jüngsten Rally stecken. Dennoch glauben wir, dass die industrielle Nachfrage, die etwa 60% der gesamten Silbernachfrage ausmacht, weiterhin schwach ist und die Preise seit Jahresbeginn immer noch höher sind. Insgesamt erwarten wir, dass die Volatilität speziell bei Silber und allgemein bei Metallen anhalten wird.“
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*) Alexandra Symeonidi, Senior Corporate Credit und Sustainability Analystin im Emerging Markets Debt (EMD)-Team von William Blair Investment Management
Kommentar zur aktuellen Silberpreisentwicklung
Alexandra Symeonidi
